Chip Hanna & The Berlin Three - ST
von: Stefan Schulze
Label:
People Like You Records
V.Ö. Datum:
20.04.2008
12 Tracks
Artistinfos: Chip Hanna & The Berlin Three

Knapp 32 Minuten ist das Werk des ehemaligen U.S. Bombs und One Man Army Drummer lang. Gesehen daran könnte man die Review eigentlich ja ganz kurz halten, aber ein zwei überraschende Punkte müssen doch angesprochen. Das neue self titled Album "Chip Hanna And The Berlin Three" schlägt eine andere Richtung ein, als ich vorerst dachte. Denn wer sich mit drei bekannten Namen aus der Berliner Band Mad Sin schmückt (Anda Laaf, Valle und Tex Morten - jetzt bei Sunny Domestozs), gibt doch eigentlich schon eine bestimmte Richtung vor, oder?
Die Portion Psychobilly oder der schnelle Punk fehlen hier allerdings. Chip Hanna, der schon auf After-Show Parties nach Auftritten mit den U.S. Bombs das Publikum mit Country klassikern begeisterte, zieht auch hier wieder dieses Register aus dem Hut. Und diese Vorliebe stammt von seinem Vorbild Johnny Cash, dessen Songs er immer mal wieder zum besten gibt. Und so rührt Hanna auch diesmal nicht die Sticks an, sondern schnappt sich eine Gitarre und das Mikrofon und legt mit der deutschen Unterstützung kräftig los.
Und so wird gleich zu Beginn mit "Wouldn't Change A Thing" Powervoller Country Rock geboten. "Wipp nicht immer so mit den Beinen wenn du am Tisch sitzt", hätte Mama jetzt gerufen. In diesem Fall war es allerdings die Frau an meiner Seite, die mir soeben noch etwas zu Essen auf den Teller füllte, während ich in Gedanken versunken überlegte, die Musik in Worte zu fassen. Also Schatz, schließ die Küchentür hinter dir, ich dreh mal etwas lauter. Muss man dann auch, denn der klassische Country Song Lousiana passt besser zum gerade laufenden Bud Spencer & Terence Hill Italo Western, als das Original was da im Hintergrund schallert.
Aufgenommen und gemixt wurde die Songs innerhalb eines Tages in Berlin-Kreuzberg, während sich Chip Hanna gerade auf seiner Europa Tour in Deutschland befand. Doch auch diese Schnellproduktion tut dem Spaß keinen Abbruch. Leider werden die Songs ab der Hälfte - Albums trotz der Kürze des Albums - etwas langatmig. Nicht jeder Song hört sich gleich an, aber der Rockabilly / Country Stil klingt erscheint doch manchmal monton und schwächt die anfängliche Begeisterung. Hörproben gibt es auf der Myspace-Seite von Chip Hanna, auf der mein persönlicher Top-Song "Thinkin', Drinkin' Drivin'" allerdings nicht vertreten ist. Gutes Album mit guten Songs, bei denen das Bedürnis mit dem Bein mitzuwippen allerdings nach der Hälfte abklingt.
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