Francine - One Step Further
von: Stefan Schulze
Die finnische Rock'n'Roll Band Francine hat mit ihrer neuen Scheibe "One Step Further" den Nachfolger ihres Albums "Kings For A Day" veröffentlicht. Und das übertrifft meine Erwartungen bei weitem. Denn nach dem letzen Album hat sich noch einiges im Songwriting und noch viel stärker in der musikalischen Umsetzung getan. Zwar schaffte auch schon der Vorgänger sich in den skandinavischen Ländern einen Namen zu machen, aber bei uns konnte das damalige Album nur einen Mittelwert bei der Bewertung erreichen. Das ändert sich mit dem heutigen Datum allerdings.
Denn Francine rocken! Und das nicht in originalgetreuem Rockabilly Stil, wie es der Stand-Up Bass vermuten lässt, sondern mit modernen Rock'n'Roll gepaart mit allerhand Stilen quer durch die Musikwert. Während der Opener "Don't Give A Damn" auch von UK Band The Rifles stammen könnte und sowohl von der Melodie als auch der Stimme mehr als ansprechend ist, so folgt mit "Never Grow Up" ein ganz anderer Stil. Ska-Beats bestimmen den Sound des zweiten Tracks und doch bleibt die Marke Francine bestehen und ist als Wiedererkennungswert über das gesamte Album hörbar. Trotz der verspielten Art der finnischen Musiker, bleibt Francine Francine!
Doch es gibt auch Enttäuschungen auf dem Album zu hören. "Feelin' Fine" ist einer dieser Tracks, der ein guter Song sein könnte, der aber viel zu dumpf klingt und instrumental wird das Potential viel zu wenig ausgenutzt. Anders geht's dann wieder mit "Whatever" weiter. Bläser, taktvolle Beats und Rock mit einigen Pop-Elementen. Toller Song, mit den Francine sich in die Reihe der Mainstream-Fähigen-Erfolgssongs stellen können. Bleibt der Band zu hoffen, dass sie ihre Charterfolge in Skandinavien auch in Deutschland feiern können. Dazu bedarf es allerdings nicht nur salonfähiger Songs, sondern auch der entsprechenden Promotion und dem Bekanntheitsgrad.
Das Francine mit ihrem neuen Album allerdings hierzulande einen weiten Schritt nach vorne machen könnten, dafür steht auch der fünfte Track "Bad Boy"! Lyrics und Melodien die zum Mitsingen verführen und richtig eingesetzte Hall-Effekte... toll! Selten, aber doch zu finden, Rockabilly Klänge und düstere Stimmungen. Mit "Last Wish Refused" macht das Trio einen weiteren Ausflug zu einen ihrer zahlreich verwendeten Genre-Elementen. Also, Francine haben sich zu ihrem Vorgänger meiner Meinung nach stark gesteigert. Dazu tragen nicht nur hitverdächtige Rocksongs wie "Rude" bei in dem ich die Kids schon zu textzeilen "You Don't Have To Be So Fuckin' Rude" durch die Rockdisco Hallen springen sehe.
Nein, das gesamte Album hat es verdient, von den Leuten gehört zu werden. Von dem vorhin genannten Ausrutscher "Feelin' Fine" gesellt sich auch noch der Song "Through Heaven, Through Hell", bei dem die experementierfreudigkeit der Band echt überstrapaziert wurde. Background Vocals und langweiliges Gedudel machen den Song zum absolut schlechtesten Song des Albums. Doch was sind schon zwei Nieten unter 13 Gewinnen, darunter sogar zwei bis drei Songs die als Hauptgewinn zu werten sind. Also Francine, ordentliches Album mit Hitpotential....
Reviews F: Francine - King For A Day
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