Archiv nach Interpret

Kamikaze Queens - Voluptuous Panic

von: Stefan Schulze
Wertung:
7 von 10 Punkten
Label:
Sounds of Subterrania
V.Ö. Datum:
20.03.2009
12 Tracks
Artistinfos: Kamikaze Queens
Kamikaze Queens Homepage Kamikaze QueensProfil bei MySpace Kamikaze Queens on LastFM

Das letzte Mal als ich mit Trinity und Luscious Lloyd sprach, saßen die beiden als Band Sin City Circus Ladies mit Sängerin Shambhu Leroux, Drummer Bugs und Gitarrist Tom Schwoll auf meiner Couch in einem 1 1/2 Raum Appartment und erholten sich von ihrem Gig in der Zeche Carl. Seitdem hat sich einiges getan. Sin City Circus Ladies gibt es nicht mehr und Lloyd und Trinity bilden mit Mad Kate, Gitarrist Tex Morton und Schlagzeuger Lipps nun die Band Kamikaze Queens, deren neues Album "Voluptuous Panic!" mir nun vorliegt. Die Band selbst betitelt ihren Sound und ihre Show als "Punk Cabaret", und das lässt doch erst einmal darauf schließen, dass es sich in der Hauptsache eher um eine visuelle Sache handeln könnte. Klar, wer das Outfit und die Shows der Band kennt, kann da mit Sicherheit zustimmen. Stellt sich also die Frage, welche Überlebenschance das Album ohne diesen visuellen Charakter hat. Ich werde es euch verraten: Eine sehr gute.

Denn ihre Musik ist Punkrock Mukke mit angenehmen weiblichen Stimmen. Und im Duo komplettieren Trinity und Mad Kate fast jedem Song so, dass er nicht nur eine ganz eigene Note, sondern auch seinen ganz eigenen Elan mitbringt. Gleich mit dem zweiten Track "Sick Inside" hat die Band einen meiner persönlichen Lieblingssongs des Albums kreiiert. Kamikaze Queens haben eine weitere Gefahr weit umfahren. Mit der Zweistimmigkeit entfernen sie sich weit davon, stimmlich zu schnell eintönig zu klingen. Gerade im Bereich Rock und eben der Punkrock Musik sind mir nicht selten Frontfrauen begegnet, deren Stimme beim ersten Song schon so klang, wie bei den restlichen zehn Tracks auch. Das kann hier nicht passieren.

Die Farbenpracht und das exotische, dass auf der Bühne seine Reize hat, findet sich musikalisch leider nicht immer wieder. Das liegt vermutlich daran, dass ich die Band automatisch mit der Optik und der Bühneperformance als Gesamteindruck vor mir habe. Hörer, die das Album quasi jungfräulich in den Händen halten und sich durch die Laute ihren Gehörgang deflorieren lassen (Gott, jetzt geht's Begrifflich mit mir durch -  umschreibt die Sache doch aber gut, oder?!), werden meine Meinung wahrscheinlich nicht teilen. Aber mir kommt es als fehlt irgendwie ein Teil, der bei der Band einfach zwingend dazu gehört. Vergleichbar als würde ein Musikinstrument fehlen. Andererseits kann man sich getrost auf den reinen musikalischen Teil einlassen. Gerade wenn Songs wie "Bad Bad Boy" durch den Lautsprecher ertönen. Und auch Balladen wie der sechste Track "If You Love Me" machen richtig gute Figur auf dem Silberling. Der Titeltrack, der mit knapp sechs Minuten auch der längste Song des Albums ist, entpuppt nach einer einminütigen Aufwärmphase also reinrassiger Punkrock-Knaller uns ist ebenfalls einer der Topsongs des Albums.

Keiner der fünf weiteren Songs vermittelt einen negativen Eindruck, sodass mein Gesamtfazit sehr kurz und knapp ausfällt. Toller Sound, besonders interessant durch die Zweistimmigkeit und musikalisch ausgereift. Doch mein Problem schwingt immer etwas mit: Live gefällt mir Sound mit der Performance einfach noch besser. 




<< Zurück