Klabusterbären - Verpeilt in Berlin
von: Stefan SchulzeDie Klabusterbären… hä, was. Klabusterbären? Noch nie gehört. Dabei veröffentlichen die sechs Musiker aus Halle (Saale) bereits ihren fünften Longplayer. Angepriesen wird das 10 Tracks umfassende Album als Deutschpunk Album und so ist es kein Wunder, das Nix-Gut Records sich den Jungs angenommen hat. Bereits seid 1994 – gegründet als Spaßprojekt auf einer Hausbesetzerparty – ist die Band in den 90ern vornehmlich in Ostdeutschland live zu sehen.
Vorweg… Bei den Klabusterbären bleibt es nicht beim rotzfrechen Punkrock. Auch wenn das Rauhe in der Stimme von Sänger Ecki Anfangs diesen Eindruck erweckt, so bekommt der Sound der Songs durch Keyboarder Christoph schnell einen… na ja, sagen wir einfach mal… weicheren Touch. Daneben kann mich die Band auch mit ihren Texten („Der Trottel mit den Regenschirm“) überzeugen. In anderen Fällen hätte ich den Chorus (mehrstimmig) wahrscheinlich nicht gut gefunden. Aber hier passt es einfach. Abschließend wird der Song noch durch Kinderstimmen / -gesang abgerundet.
Zugegeben, Songs wie „Bei McDonalds“ haben – wenn überhaupt – nur für die Band selbst Sinn. Als Hörer kann ich nur stumpf auf den Text hören, ohne dass ich jemals den „Reim“ zusammen zu bekommen. Mit dem Song „Winter“ haben Klabustermänner dann einen eher nachdenklichen Song auf den Silberling gebannt. Und der gehört neben dem Song "Einfach So" ganz klar zu meinen Favoriten. Durch die Gitarrenparts eine echte Punkrock-Ballade. Immer wieder erfrischend sind witzige Songs wie „Ich mach mich frei", bei dem ihr die Textzeile „Du Hippie, du Hippie, du Hippie, klau dir was bei KIK“ oder auch „Deine Mutter, deine Mutter, deine Mutter, kauft (oder klaut?) bei KIK“ mitsingen könnt.
Es gibt auf dem Album noch weitere Songs, darunter inhaltlich ernstere Songs (Wassersuppe), Lovesongs (Ich tanze zu Cure die ganze Nacht), Songs zum lachen (Wir sind Klabusterbären) oder einfach nur gute Punkrockmukke (Einfach so). Auch wenn man eine Band vorher nicht kennt, so geht man doch mit einer bestimmten Vorstellung an eine solche Rezension. In diesem Fall hat mich das Album echt positiv überrascht.
<< Zurück





