Ignite - Our Darkest Days
von: Stefan Schulze
Klar, als Schreiber einer CD Review sollte man sich schon etwas über eine Band informieren. Aber zugegeben, die alten Platten der Band aus Orange County sind mir nicht bekannt. So fällt mir das neue Album "Our Darkest Days" praktisch jungfräulich in die Hände.
Lediglich das 51 Sekundenlange Intro ist rein Namentlich mit dem Titel verbunden. Bereiten wir uns also auf die die dunkelsten Tage dieser Band vor. Ich habe schon berühmte CD Ankündigungen gelesen, bei denen ich mich im nachhinein nur schlappgelacht habe. Aber CenturyMedia (in U.S. bei Abacus Recordings erschienen) haben in ihrer Zeilen erwähnt, dass die Band aus den Hardcore Wurzeln entsprungen, mittlerweile aber zu einer echten Rockband angewachsen ist. Und das ist ein Satz den ich hiermit unterschreiben kann. Doch keine Panik, auch für die wenigen sturen "NichtÜberDenTellerandBlickenden" Szeneliebhaber ist und bleibt das Album ein Hardcore-Kracher, das den Sprung in den Rockbereich geschafft hat.
Denke ich an Orange County, kommen mir eigentlich immer Punkbands wie Bad Religion, Offspring oder auch Social Distortion in den Sinn, aber Ignite haben ihr Handwerk anscheinend auch zwischen Skatern und hitzeverwöhnten Punks gelernt und können mit ihren Mitstreitern von der Ostküste locker mithalten. So ist es nicht verwunderlich, das Cameron Webb, der bereits als Produzent bei Social Distortion und Mötörhead am Werke war, diesem Album dem letzten Feinschliff gegeben hat. Mit "Bleeding" lassen sich die auch sonst so aussagekräftigen Bandmitglieder dazu hinreißen, die Kriegspolitik ihres so freien Staatenverbundes anzuprangern und unterstreichen das auch direkt mit einem aggressiven Sound, der aber durch die klare Stimme (die sich übrigens durch das ganze Album zieht) wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird.
Mit "Let It Burn" begegnet mir dann ein Song, der mir trotz der vielen guten Anderen noch einen Ohrkick mehr bringt. Krachiger typische Hardcore Chorus und Lyrics die bei Sänger Zoli "Straight-Edge"-Gedanken aufkommen lässt. Ein Beweis dafür, dass man sich die Platte nicht schönsaufen muss.
Direkt hinterher verarbeitet Zoli in einem unglaublichen schnellen Song namens "Poverty For All" die kommunistische Vergangenheit seines Heimatlandes Ungarn mit all den politischen Facetten. Auch Songs wie "My Judgement Day", "Save Yourself" oder "Three Years" beinhalten keine dahergeschluderten Songwriting-Ergebnisse, sondern knallharte Aussagen der Jungs aus Kalifornien. Auch im Sonnenstaat scheint halt nicht alles toll zu sein. Des Weiteren hat sich die Band gewagt den U2 Song "Sunday Bloody Sundy" mit aufzunehmen. Erstaunlich gut und gepaart mit einer selbstindizierten Frischzellenkur schicken sie den Klassiker wieder auf den Markt. Zu guter letzt erscheint Zoli im Song "Know Your History" akkustischer Gitarrenbegleitend und lässt das Album passend ausklingen.......wäre da nicht noch ein Hiddentrack auf der Platte, der, soviel sei verraten, in des Sängers Heimatsprache gesungen ist!
Fazit: Trotz des dunklen Albumtitels lassen Ignite sich hier die kalifornische Sonne aus dem Arsch scheinen. Nahezu perfekt eingespielte Intrumente und für eine Hardcoretruppe unglaubliche klare und feine Stimme des Sängers sorgen für Musikgeschmack von vorne bis hinten.
News 2009: Persistence Tour Line Up komplett
News 2009: Erste Bands beim Mach 1 Festival
News 2009: Ignite posten Video mit Sea Shepherd
News 2010: Zoli nun fester Pennywise Sänger
<< Zurück





