Johnny Joker and the Twilight Kids - Somewhere Far Away
von: Stefan Schulze
Label:
Crazy Love Records
V.Ö. Datum:
08.06.2007
13 Tracks
Artistinfos: Johnny Joker and the Twilight Kids

"Grüß Gott" sagt man im beschaulichen Töging am Inn, aus dem das Trio "Johnny Walker and the Twilight Kids" stammt. Johnny Joker (Double Bass & Vox), Gregor Fabry (Guitars) und Harry Krieger (Drums) starten 2004 ihren musikalischen Feldzug durch die Oberbayrische 9000 Seelengemeinde. Klar, Oberbayern... welche gute Musik kann schon aus einem Bundesland kommen, in dem Herr Stoiber seine Finger im Spiel hat. Ihr werdet euch wundern, ein kleines Dorf zwischen München und Passau hält dagegen und wehrt sich mit ihrem roten Bürgermeister gegen die schwarze politische Macht und mit "Johnny Joker and the Twilight Kids" gegen die traditionsreiche Trachtenmusik.... Is ja klar, Klischees die nur von einem Ruhrpottler aufgegriffen werden können.
Doch nun hin zur Musik....Nach ihrer Vinyl Single "Alligator Man" und der im Jahr 2005 erschienen EP "Power Of Natur" ist dieses Album das Full Length Debüt der Band. Und "Hurricane Baby" heißt der erste der insgesamt 13 Songs. Und wow, der Song startet überraschend schwungvoll. "Schatz ich mach die Tür doch besser mal zu"! Man muss dieses Album schon mit der entsprechenden Lautstärke hören, sonst geht etwas verloren. Deutlicher wird das bei dem Gekreische des zweiten Tracks "Twilight Zone". Wobei dieses sich lediglich auf die "Screamqeen" Julia Jackl bezieht, deren einzige Aufgabe es ist, während dem Rockabilly Sound panische Schreie in guter Hitchcock Manier loszulassen.
Bei Song "Somewhere Far Away" hat sich Sänger Johnny Joker Unterstützung geholt und Tanja Kochseder mit ans Mikrofon geholt. Die abwechselnden Stimmen passen zwar wie die Faust auf's Auge, allerdings gefällt mir die weibliche Stimme nicht. So kommt es mir auch gelegen, dass beim gleichzeitigen Gesang die Stimme Johnny Joker herausragt. Weiterhin Herausragend ist der folgende Song mit dem Titel "Ramling Days", der im Gegensatz zu den anderen Tracks ruppiger erscheint und knapp zwei Minuten rockt. Gemächlich hingegen beginnt "Sin City Sinner", strotzt trotz zwischenzeitlich erhöhter Taktzahl allerdings an coolheit und kann dadurch mit dem Vorgänger mithalten.
Die Band verbindet viele Stilistiken, deren Kniffe deutlich rauszuhören sind. Beste Beispiele sind hierfür vielleicht die Songs "Walking Through The Corridor" und der darauffolgen neunte Titel "Look Behind". Musikalisch sprießt das Album also für akkustischen Gimmicks, die von mir übrigens beim Hören in Zimmerlautstärke nicht so rausgehört wurden. Es lohnt hier wirklich mal die Kopfhörer aufzusetzen, um so genauer Hinhören zu können. Die Jungs von Johnny Walker machen sich zum Schluss auf den Weg nach Hause... und hier kommt die Stelle, an der gewünscht hätte vorher mit ihnen Whiskey, Bier und Wein gesoffen zu haben. Denn auch ich mach jetzt die Schotten dicht und beende diese Plattenrezension.
Nicht allerdings ohne dieses Fazit zu hinterlassen: Das Album ist sehr gut, verliert aber mit mehrmaligen Hören etwas an Reizen. Auch weckt der erste Eindruck einen besseren als der Zwischendurch. Zum Schluss hinterlässt das Trio nochmals die Visitenkarten mit ihrem Namen! Doch ihr kennt das sicherlich... jeder Song ist gut, manche dann noch besser, aber irgendwie fehlt beim Gesamteindruck Aha-Effekt. Genauso geht es mir mit diesem Album.
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