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Jesus On Extasy - Beloved Enemy

von: Stefan Schulze
Wertung:
3 von 10 Punkten
Label:
Drakkar
V.Ö. Datum:
02.05.2008
13 Tracks
Artistinfos: Jesus On Extasy
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Sie bezeichnen sich als Revolutionäre und Retter des Industrial-Rock. Jesus On Extasy stammen aus dem Ruhrgebiet und ihr Stil ist ein Mischung aus Gothic-Rock / Glam-Rock und Industrial-Elementen. Mit dem neuen Album "Beloved Enemy" bringt die Band nun den Nachfolger ihres Debütalbums "Holy-Beauty" auf den Markt. Gleich zu Anfang sei gesagt, dass mich der schlechte Eindruck vom Liveauftritt in der Zeche Carl bei der Party des Kinkats Magazins auch nach Hören dieses Albums nicht verlassen hat. Einziger Unterschied ist, dass die zum Teil peinlichen Gestiken der Bandmitglieder auf der Bühne hier natürlich visuell nicht zu erfassen sind. Ein kleiner Vorteil!

Denn die Stimme des Sänger Dorian war, gegen die Worte die er in den Pausen zwischen Songs losgelassen hat, echt noch überragend. Die zum Teil kindischen Aufrufe an das Publikum sich der Musik der Band herzugeben erreichten gerade die ersten zwei Reihen. Ansonsten dürfte er von der Bühne eher in skeptische Gesichter geschaut haben. Entweder haben die Scheinwerfer ihm die Sicht genommen in die entfernteren Gesichter zu blicken oder sein Handeln war der "kleine Ausdruck an Verzweiflung", wenn man als Frontman versucht die Stimmung wieder aufzufangen bzw. auch erstmals herzustellen. In diesem Zusammenhang tat mir die Band sogar etwas leid. Nachdem er nach einem Patzer aber die Gitarristin Alicia aufforderte, ihn für diese Missetat zu bestrafen und sich nach einem "geschauspielerten" Schlag theatralisch auf die Bühne fallen ließ, war meine Schmerzgrenze für diesen Abend erreicht. Nun liegt vor mir also das Album, dass den ersten Eindruck wieder ausbügeln soll.

Nachdem die Band auf Platz 2 der Deutschen Alternativcharts gestiegen ist, war für mich fraglich welche Kriterien hierfür ausschlaggebend waren. Songs wie "Stay With Me" beginnen eigentlich nicht schlecht, bis der eintönige Refrain einem vollständig die Lust an diesem Song nimmt. Insgesamt befinden sich auf dem Album viele elektronische Spielereien, die nicht immer schlecht sind, sondern einfach nur zu häufig in den insgesamt 13 Songs eingesetzt werden. Die Rockparts hingegen sind zwar vorhanden, aber sind einfach zu schwach, um die zuvor benannte Überhand einzudämmmen. Es fehlt dem Album tatsächlich an Power. Ausnahmen findet man mit den Songs "Dead Presidents" oder "Church Of Extasy". Aber selbst diese Songs sind nicht annähernd dazu geeignet irgendein Genre zu revolutionieren. Mit "You Don't Know Anything" ähneln Jesus On Extasy Futurpopbands wie beispielsweise Apoptygma Berzerk. Klingt nicht schlecht und der Song gehört echt zu den herausragenden dieses Albums - sofern man davon überhaupt sprechen kann. Aber hier muss ich zugegeben, dass das zukünftig ein Stil sein könnte, mit dem sich Jesus On Extasy eher anfreunden sollten.

Insgesamt ist das Album aber eine Enttäuschung. Und ich kann mir nun auch vorstellen warum zu so schauspielerischen Leistungen kommen kann, wie ich Anfangs beschrieben habe. Denn die meisten Songs haben einfach kein Eigenleben. Sie sind keinesfalls schlecht produziert, aber es fehlt fast immer der besondere Kick.. oder lasst es mich anders ausdrücken... es steckt einfach nichts dahinter. Die meisten Songs haben einfach kein Identifikationspotential. Bleibt mir zu guter letzt Gitarrist Chai Deveraux alles gute zu wünschen. Denn dieser tritt als Gitarrist zukünftig bei einer Band auf, die den gleichen Namen wie die jetztige Jesus On Extasy Platte trägt: Beloved Enemy. Und sollte ich der Band mal wieder live über den Weg laufen, so wundert euch nicht wenn ich lächelnd vor der Bühne stehe. Wahrscheinlich habe die Ohrstöpsel noch drin und bestaune die beiden weiblichen Geschöpfe auf der Bühne. Hey Kritik-Kritker, diese nicht unprofessionelle und noch dazu unmusikalische Aussage gehört sich zwar nicht, aber wenn ihr Alicia und Ophelia mal anschaut, könnt ihr dem Rezensierer bestimmt zustimmen. Da es bei uns aber keine Attraktivitätspunkte bezüglicher einzelner Bandmitglieder gibt... 

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