Karma Come - Said & Done
von: Stefan SchulzeNach den Live Auftritten schrie so mancher begeisterter Besucher nach einem Longplayer der Band Karma Come. Und dieser erscheint jetzt mit mit zehn rockigen Tracks, dessen Wirkung berauschend gut ist. GGE Records hat mit den fünf Musikern eine gute Wahl für die Veröffentlichung eines Alternative-Rock Albums gefunden. "From The Rain" ist beispielhaft für die gewisse Melancholie, die in jedem der Songs irgendwie zu finden ist. Ausschlaggebend dafür ist nicht zuletzt die markante Stimme von Frontman Adam Lisek. Technische Leckerbissen wie hintergründige Gitarrenklänge und der Einsatz von Hall-Effekten, die zum Schluss des Songs eingesetzt werden, machen Neugierig auf die kleinen Feinheiten, die bei der Produktion verwendet wurden.
Saubere Aufnahmen sind herausgekommen und so sticht jeder Schlag von Drummer Dennis beim zweiten Song "Maze" klar heraus. Und das der Frontman richtig Singen kann beweist er hier deutlich mit seinen teilweise sehr hohen Tönen, aber auch rauh klingenden Stimmbändern. "Alright" erinnert an Songs der Foo Fighters und sowieso geht der Trend zu einem Sound, der zum Teil direkt aus den Nordweststaaten der USA kommen könnte. Bestechend ist auch der ruhige Beginn des fünften Tracks "One To Remain", dessen beständige Melodie gewaltig vom Refrain durchbrochen wird und bei der Lisek einer seiner besten stimmlichen Gesangsparts auf den Silberling bringt. Einer meiner absoluten Favorites dieses Albums, den ich ganze sechs Minuten genießen kann. Hammer Song und am ehesten wohl vergleichbar mit dem Sound von Pearl Jam...
Im Song "Nothing" verstecken sich dann die Lyrics, die ausschlaggebend für den Titel des Albums waren. Die Musiker spielen mit der Zurückhaltung und machen schon fast einen soundtechnisch schüchternen Eindruck, bevor es zwar gewaltig, aber nicht brachial zur Sache geht. Und wieder komplettiert die Stimme des Sängers das Gesamtpaket und überträgt mit stimmlicher Begabtheit Töne ins Mikrofone, die wirklich toll sind. Man könnte glatt vergessen, dass man es mit einer Band aus dem Ruhrpott zu tun hat. Wobei diese Aussage gegenüber den vielen guten Bands im Pott sowieso immer einen negativen Touch mitbringt. Mit "Why I Have Become" ist dann aber auch mal ein Song dabei, der mir nicht so zusagt. Irgendwie wird man im Refrain etwas überrumpelt und auch gesanglich fehlt mir etwas Druck. Hört sich in etwa so an, als wolle man die gesanglichen Fähigkeiten von Dark Rocker Ville Valo entsprechen, was leider nicht ganz gelingt.
Ganz mutig ist es den einen sechseinhalb Minuten langen Song ans Ende von knapp 45 Minuten Spielzeit zu setzen. Besteht die Gefahr doch, dass dem Zuhörer hier schnell die Langweile überkommt. Aber die harten Gitarrenriffs und die gar nicht so Melancholische Art des Songs grenzen sich überwiegend zu den Vorgängern ab. Nicht wirklich überrascht vom Können der Band, sondern mehr noch von der Klasse der Produktion und den kleinen Details die sich in den Songs verstecken, vereint das Album eine aufstrebende Band, die in der Alternative Rock Szene schon jetzt locker mithalten kann.
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