Kitty In A Casket - Horror Express
von: Stefan SchulzeKitty In A Casket haben sich erst im Jahre 2008 in dieser Formation zusammengefunden und durch ihre eigenen Anstrengungen ganz schnell den Sprung zum unterstützenden Plattenlabel geschafft. Das Label Crazy Love Records hat die Österreicher unter Vertrag genommen und darüber erscheint nun auch das mir vorliegenden Debütalbum "Horror Express". Auch für Vinyl Fans hat die Band neben der CD auch die LP veröffentlicht.
Psychobilly? Punkrock? Die Band kann es auch nicht genau definieren und bezeichnet ihren Stil als "Horrorbilly"! Also hören wir doch mal in die Songs des Trios Kitty Casket, Billy the Bat und Marc van Dark (jetzt auch mit Drummer Mike Mean Machine) rein. Auffällig ist neben den schnellen Drums und den rockigen Gitarre ganz klar die Stimme der Frontfrau. Nicht nur ein klarer Gesang, sondern dazu noch eine absolut klare Aussprache der englischen Texte, so dass man auch ohne Textbook jedes Wort verstehen kann. Muss an der Wiener Art liegen, denn bei Sarah Blackwood (The Creepshow) und Patricia Day (Horrorpunks) hat der ein oder andere Europäer mehr Probleme beim ersten Gehörgang den kompletten Text zu verstehen. Songtitel wie "Bride Of The Monster", "Moonlight Massacre" oder "Nekrophilian Love" geben schon die Richtung der Inhalte vor. Handelt es doch meist von Horror, Monster und ähnlichem Gespuke.
Dabei darf man hier allerdings keine Musik im wirklichen Horrorgewand erwarten. Denn meist sprühen die Songs vor Charme. Und deshalb musste ich auch etwas schmunzeln, als mit heller und klarer Stimme die Worte "I am mutant zombie girl" von Kitty hörte. Und auch der Refrain von "Moonlight Massacre" klingt eher "lieb" und hat dazu noch eine Melodie, die keinesfalls ein Horrorfeeling vermittelt. Richtig gut gefallen mir auch die Background Vocals, die nicht nur originell sind, sondern auch richtig gut in den Song passen. Immer wieder trifft man auf Songs (Space Invaders), bei der die Frontfrau den Female Punkrock Part übernimmt und die Männer den Teil des Horrorpunk / Psychobilly. Und so macht es auch noch beim dritten Durchgang Spaß zuzuhören und auf die kleinen Details zu achten, die man immer wieder neu entdecken kann.
Kitty In A Casket legen es wohl nicht darauf an, verkrampft horrormäßig und evil rüberzukommen. Und das ist auch gut so. Textlich spielt man zwar oft mit dieser Attitüde, aber letztendlich unterstelle ich der Band neben dem Charme auch die Portion Humor, mit denen sie die Texte in die eingängingen Melodien einarbeiten. Also Kitty In A Casket haben ein Klasse Debütalbum veröffentlicht, dass - wenn die Band es will - auch die ein oder andere Mainstream Welle mitnehmen könnte. Dem Erfolg wird es nicht schaden. Female "Horror"-Rock....
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