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Lo Fat Orchestra, The - Canned Candies

von: Stefan Schulze
Wertung:
10 von 10 Punkten
Label:
Milk and Chocolate Records
V.Ö. Datum:
07.07.2007
10 Tracks
Artistinfos: Lo Fat Orchestra, The
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"Setz dich endlich mal an die The Lo Fat Orchestra Platte!" Manchmal muss man sich doch echt zwingen äußerlich wirklich unansprechenden Platten in die Hand zu nehmen. Aber der Release-Termin rückt näher und schließlich überwindet man sich doch. Erst einmal geschaut woher das Produkt mit dem bunten Cover kommt. "Milk and Chocolate Records". Naja, passt ja irgendwie zum Album Titel "Canned Candies" und ist irgendwie "ein Eigenwächs" aus den Reihen von 13 Flight Records.

Ach du scheisse. Was ist das denn. "Esta Noche" heisst der erste Track, der mit Orgelmusik ala the sixties daher kommt. Verzerrte Stimme, Mehrsprachigkeit. Elektromix in allen möglichen Facetten. Und sau geil. Ich traue mir selber nicht. Irgendwie scheint ständiges Musik hören zu Geschmacksverirrungen zu führen. Aber The Lo Fat Orchestra ist so anders als die üblichen Scheiben, dass ich mich wirklich überrumpelt fühle. Ok, sag ich mir, eine Ausnahme. Nichts da, selbst der zweite Song überzeugt durch seinen Trash Style und selbst die qualitätsmäßig flache Background Vocals (beim Refrain) verleiten zum mitzwitschern. Ist der Chris The Man nun eine Rampensau oder doch nur so ein introvertierter Typ der die Musik nur dazu missbraucht, seine krankhaften Züge auszuleben. Ha Ha, ist auch egal, diese Band möchte ich mal kennenlernen. Klar, es ist keine Kunst in zwei Tagen zehn Stücke einzuspielen, dass diese allerdings nicht abgedreht und völlig scheisse klingen und mich fast alle der Songs begeistern können, das ist ein Wunder.

Erstes Highlight ist dann "This Is How I Love You". In einer Art die ich von Adam Green kenne und auch schätze. Irre Lyrics, spaciger Sound, monoton elektro-düster Stimme. James Brown lässt grüßen... passend zum 60's Soul Einfluss heißt der Titel des fünften Songs auch noch "Sweet Soul Music". Also be satisfied und geb dich hin! Mein kleines Zimmerchen wird bei diesem Song zur verqualmten Rotlicht-Kellerbar, an deren Theke Bier nur zum nachspülen hochprozentiger Kurzer genutzt wird. Der sechste, rein instrumentale, Song hat gegenüber den anderen Songs keine wirklichen Auffälligkeit. Wobei die Orgel hier eher nach Klavier klingt und der Gesamteindruck des Songs das erste Mal das Prädikat "normal" verdient. Und auch der darauffolgende Song ist abgesehen von ein zwei hintergründigen Mikrofonhauchern rein Instrumental und gleicht sich seinem Vorgänger mit dem Unterschied des 60's-lastigeren Sounds.

Ja, sie glauben an "Milch und Schokolade" - und vermutlich ist dieser Glaube - sofern denn das neue Label der Band gemeint ist im achten Track "Milch and Chocolate "nötig. Und deshalb wird das ganze mit kräftiger Stimme deutlich unterstrichen. Im Gegensatz zur Aussage des vorletzten Tracks "I Went Down", scheint man zu Beginn des Songs mit Zuspitzung der Tonleiter erst einmal abzuheben. Nen bisschen Grunge-Stimme ala Beck schallt mir entgegen. Ähnelt sogar nicht nur der Stimmlage sondern auch dem Stil. Die Band spielt zum Teil ganz hintergründigen elektronischen Grooves. Das Trio endet wie es angefangen hat und rundet mit "Esta Punk" das Album ab.

Fazit: Retro, Spacig, Trashy..... wunderbare Soundeffekte und vermittelt genau das Gefühl, dass man definitiv nicht der einzige "kranke" Mensch auf der Welt sein kann. Nicht für jedermann Ohren, aber dafür für meine.... Vinyl Scheibe... dich bekomme ich auch noch!




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