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Lammkotze - Hasst Uns

von: Stefan Schulze
Wertung:
7 von 10 Punkten
Label:
Randale Records
V.Ö. Datum:
18.05.2007
12 Tracks
Artistinfos: Lammkotze
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Lammkotze scheinen verschiedenen Vorurteilen trotzen zu müssen. Eins davon dürfte es sein, eine Nazi Band zu sein. Das zumindest besagt der Songtext des Openers "Hasst Uns". Deutscher Skinhead Sound scheint bis heute keine wirkliche Akzeptanz in der Gesellschaft erreicht zu haben. Aber mal ehrlich, wer will das schon. Würden sonst überhaupt sonst entsprechende provokante Texte entstehen? Also, auch Lammkotze reihen sich in die Schlange der "gesellschaftskritisierenden" Bands ein. Das machen sie musikalisch allerdings recht gut!

Und wie üblich spielt der Zusammenhalt der Szene auch bei dem Regensburger Trio eine große Rolle ("Vergiss Nie"). Auch wenn man mich äußerlich zwischenzeitlich immer mal wieder in die Szene hineininterpretiert, so kann ich mich textlich nicht damit identifizieren. Durch die musikalische Qualität und der Authentizität gelingt der Band allerdings der Sprung in weitere Sphären. Bedeutet schlicht und einfach... fast jeder kann sich - wenn auch auf persönliche Erfahrungen bezogen - mit dem Text identifizieren. Somit schafft die Band das, was ich vielen anderen Combos vorwerfe. Nämlich, dass man der Band einfach abnimmt wovon sie spricht und nicht nur antisoziale Phrasen von sich gibt. Schließlich würden in der luft liegende "rotbraune Winde" an der Band einfach vorbeiziehen.

Neben den deutschen Songs widmet sich das Trio insgesamt vier englischsprachigen Stücken. Abgesehen von einem gefallen mir die heimatsprachlichen weit aus besser. Einem meiner Meinung nach interessanten Thema geht die Band mit dem Song "Nenn mich wie du willst" an. "In der virtuellen Welt stark, aber auf der Straße 'ne Wurst", könnte der Tenor des Textes sein. Wobei mir gerade einfällt, dass TurnToRock.de ja selbst so eine Plattform von und für Internetjunkies ist. Doch der kleine aber feine Unterschied zur Anprangerung der Band ist, dass wir nicht anonym die Fresse aufreissen :-)

Wie auch die Band selbst über einen Kamm geschoren wird, so tut sie dies mit "Reenes", die sie im gleichnamigen Song bis in den Himmel loben. Seien wir doch mal ehrlich, unter diesen gibt es doch genau soviele Dummbratzen wie in jeder anderen Szene auch. Ich schwör... ha ha. Deshalb spare ich mir alle weiteren Kommentare zu diesem Song und komme zum nächsten Highligt. "Falscher Freund". Spielerisch absoluter Rockknaller der ohne Kompromisse aussagt, o.g. Wichser gepflegt einen in die Fresse zu hauen. Einer der Songs, bei dem der Gesang von Frontman Geissi am geilsten rüberkommt. Dass die Treue zur Szene den Mitgliedern eine wichtige Sache ist, betonen sie mit "Ich bleib was ich bin". Damit unterstreichen sie nicht nur ihre musikalische Verwurzelung in der Skinhead-Szene.

Mein persönliches musikalisches Highlight ist ironischer Weise der englischsprachige Song "Fight For Your Life". Auch wenn der im Booklet abgedruckten Text nicht ganz mit dem gesanglichen Text übereinstimmt und Passagen wie "Fight For Your Country" oder "Fight With Your Heart For Your Land" nicht meiner Ideologie entsprechen, so erkennt man hier natürlich woher die Vorwürfe an die Band stammen. Denn gerade das "Kämpfen" könnte der Band als Überschreitung eines gesunden Patriotismus ausgelegt werden. Musikalisch allerdings ist die Unterstützung der weiblichen Stimme mehr als sexy. Und dabei auch ohne das man sich die "oben ohne" Renees auf dem Cover des Albums vor Augen führt. Wirkliche Gesangskunst ist es zwar nicht, aber 100% passend zum Stil des Sound. Davon hätte ich gerne mehr gehört.

Auch wenn ich der Band nicht in jedem Wort "folgen" kann und will, so bleibt oft ein Stück Identifikation übrig. Das macht die "Sheepskins" wahrscheinlich sympathischer, als sie selbst erscheinen will. 




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