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Rotz & Wasser - Moin Moin

von: Stefan Schulze
Wertung:
8 von 10 Punkten
Label:
Bandworm Records
V.Ö. Datum:
15.05.2009
20 Tracks
Artistinfos: Rotz & Wasser
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Rotz & Wasser gibt es noch nicht so lange, besser gesagt erst Ende 2006 entstand die konkrete Idee, sich auf die Suche nach einem Proberaum zu machen und erste Übungen aus dem Musikunterricht einmal praktisch umzusetzen. Nun hat die Band bereits ihr zweites Album via Bandworm Records unter dem Titel "Moin Moin" veröffentlicht. Gleich zu Beginn darf man erst einmal Schmunzeln, das Intro - bestehend aus einem Dialog zwischen Chris (Gesang, Gitarre) und Heidi (Bass), ist eine witziger Anreisser zu insgesamt weiteren 19 Tracks.

Wer nach den ersten 39 Sekunden ein Fun-Punk Album erwartet, der irrt. Denn erst einmal geht es um die "Szene und Musik". Knappe aber doch ausreichende Wiedergabe des Inhalts: Punks und Skins united und als (Rand-)Aussage noch das Statement: Politik ist scheiße. Die Melodien und die Art des Gesangs des nächsten Songs erinnern mich etwas an WIZO. Mit "Bleib niemals stehen" hat die Band 'nen peppigen Punkrock Song fabriziert, der schnell ins Ohr geht und ein Text der schnell zur sing-a-long Grundlage wird.

Und weiter geht es im Wechsel zum rauher klingenden Track "Alles was bleibt". Inhaltlich geht es um die Erinnerungen an "alte" schöne Zeiten. Ein Text mit dem ich mich persönlich identifizieren kann und der - und da bin ich mit der Band wohl einer Meinung - nicht nur melancholische Gefühle hervorruft, sondern das einmal Erlebte eher Anlass zum feiern ist ("Schalalala Schalala Schalala"). Denn auch wenn das Haar lichter wird, gibt es ja auch schließlich heute noch schöne Zeiten. So z.B. wenn man im hier und jetzt und mit diesem Song und nen paar Kumpels auf nen Bier zusammensitzt. Übrigens... Stichwort Bier: Es schließt sich doch direkt der Song "Freibier on Maß" an. Wenn ich an Hamburg denke, und das passiert bei einem Astra in einer von mir häufig besuchten Ruhrpott Kneipe sehr oft, dann kann ich mich tatsächlich an die ein oder anderen Bierorgien in Hamburg erinnern.

Kinderchorgesang leitet den Song "Traumjob" ein. Es geht um die Farbe Grün, Knüppel, schlecht bezahlte Überstunden: Klar, unsere Freunde und Helfer sind das Thema. Aber Moment mal. Hat die Polizei in Hamburg nicht bereits einheitliche blaue Uniformen? Naja, egal. Der Song gefällt mir. Noch besser und auch mein Lieblingssong des Albums ist der Track " Gute Alte Zeit". Super deutschsprachiger Punkrocksound, bei dem mir besonders gut der Gesang von Chris gefällt. Dazu textlich noch einwandfrei und dann auch noch rockige herausstechenden Gitarrenparts. Wahnsinnig guter Song.

Neben dem Trinkersong "Schenket ein" dem Anti-Nazi Song "Hirnlose Idioten" (übrigens endlich mal wieder ein Song dieser Thematik, der sich soundmäßig und inhaltlich von den stumpfen Linksparolen abgrenzt schlagfertig und durchdacht erscheint... also unbedingt mal reinhören) gibt es weitere Song, die mir sehr gut gefallen. Darunter der aggressiv klingenden Song ""Willst du es", bei dem Berserker Sänger Schröder das Mikrofon in der Hand hat, und der Song "Zukunft". Unter anderem stellt die Band hier die Frage: "Was bringt die Zukunft?". Ich würde behaupten in erster Linie einen neues Album. Denn das zweite Album der Band Rotz & Wasser - mit insgesamt 15 Tracks inkl. Intro und Outro sowie 5 Live Tracks von einem 2008er Live Konzi in Alsfeld - kann ich euch nur empfehlen. Deutschrock-/Punkrockfans dürften gleichermaßen begeistert sein. Bei mir gibt es für diesen Silberling 8 Sternchen.

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