Without Wax - We Should Believe
von: Stefan Schulze
Without Wax | Highschool Rock'n'Roll. Anfangs war ich mir nicht sicher ob es sich um einen Abklatsch der Kino-/Fersehfilm Trilogie Highschool Muscial handelt. Aber auf dem zweiten Blick und ersten Infos über die Band war klar, dass es sich hier um Freunde jungen Alters handelt, die sich zusammengetan haben, um als ordentliche Rockband die Welt zu erobern. Die Band stellt klar, dass sie echt sind und nicht wie andere Schüler- oder Castingbands einem kurzfristigen Hype verfallen sind. Doch auf der Band liest man wenig von der Band selbst, sondern es finden sich dort zusammen gezimmerte Texte die sich etwa so lesen...
"Sieht man einmal davon ab, das Yannick Dahl (Gesang), Florian Blaswich (Gitarre), Jonas Nühlen (Bass) und Tino Wilczewski (Schlagzeug) eigentlich schon in ihren Betten liegen müssten, wenn ihre Vorbilder, Bands wie Foo Fighters, Thin Lizzy, Whitesnake oder Journey die Bühne entern und die Musiker dieser Bands locker ihre Großväter sein könnten, dann bleiben WITHOUT WAX eine junge, aufstrebende Band, deren professionelles Niveau derart hoch ist, dass schon so manchem Zuschauer ihrer bisher über 60 Shows, die die Vier innerhalb der letzten beiden Jahre absolviert haben, das Lächeln über die musizierenden Teenager im Halse stecken blieb und sich in völlige Begeisterung wandelte."
Also nicht etwa Worte die von der Band selbst stammen, sondern die dem Webmaster der Band mit Sicherheit von anderer Seite vorgegeben wurden. Daneben gibt es sogar Online Games wie Without Wax Memory sowie ein Band Foto-Puzzle...ähm. Ehrlich gesagt, so ganz echt kommt mir das nicht vor. Musikalisch kann mich die Band mit ihrem Opener "We Should Believe" dann schon eher überzeugen. Klassischer Rock mit typischen guten Gitarrensound, wie es auch bei den Großen üblich ist.
Und dann gibt es da noch die vielen zeitgemäßen Themen, die Without Wax in ein echt professionelles Rockgewand kleiden. Auch wenn der Sound nicht immer der meine ist, so muss ich gestehen, dass ich der Band dieses musikalische Können auf den ersten Blick nicht zugetraut hätte. Und gerade Stücke wie "Innocence Fadin", die auch mal härtere Parts erhalten, gefallen können. Aber auch "No School Today" ist gerade gesanglich und von der Melodie her ein "erster" Hörwurm-Kandidat. Absolut auf der Mainstream Schiene vieler gerade aktueller Pop/Rock Hit Produzenten, aber ok.
Und siehe da, auch die ganz ruhigen Songs, in dem Fall "These Killing Words", sind erstaunlich gut. Aber nach knapp zwei Minuten rockt die Band auch hier wieder los. Der Song hätte von mir aus auch so weitergehen können, wie er begonnen hatte. Auch wenn ich mit Themen wie nervige Eltern ("Leaving Home" nicht identifizieren kann, so sieht man doch, dass die Band über das schreibt was sie bewegt... oder doch nur über das was das Teenie-Ziel-Publikum bewegt? Nein, den das ist gar nicht so groß wie man eigentlich denken würde. Vielmehr begeistert die Band die Fans z.B. Support von Nena.
Insgesamt 14 Tracks hat die Band auf ihr Album gepackt, von Softie bis Rockröhre, von aktuell (Kevin's Got A Gut - Amoklauf) bis Dauerbrenner ist alles dabei. Viel gutes, einiges mittelmäßiges und wenig schlechtes. Musikalisch konnte mich die Band von meinen ersten Vermutungen abbringen. Wenn neben der Musik nun auch noch der sonstige Auftritt der Band (z.B. Selbstdarstellung auf der Website) etwas echter rüberkommen würde, würde das bestimmt einen Echtheitszertifikat nahe kommen.
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