Orange - Escape From L.A.
von: Florian Stoffelen
Es kann nicht alles gefallen und so leid es mir tut dieses Album fällt genau in diese Kategorie. Orange bieten mit ihrem zweiten Album das Anfang September auf Hellcat Records erscheint, eine schlechte Mischung aus Blink 182 und den Beach Boys. Auch wenn die Band um Sänger Joe Baxter ihr Album in nur zwei Wochen aufgenommen hat, sollten sie sich das nächste mal vielleicht etwas mehr Zeit nehmen.
Der erste Song „ Not Coming Home To Night" ist eine klassische Pop-Punkrock Nummer, die jedoch durch seinen mehrstimmigen Chorus wirklich nervt. Der Nachfolger „Get the fuck out of my way“ hebt das niveau kurzzeitig an. Relativ straighter Punkrocksong, der jedoch so klingt als ob er schon längst mal dargewesen ist. Nummer drei „Tiara“ erinnert stark an die beiden Vorgänger. Großartige Innovationen oder Überraschungen darf man hier nicht erwarten. Das was man den Jungs zu Gute halten kann, ist dass sie ihr Ding durchziehen und die Melodien der Songs wirklich eingängig sind. Allerdings beginnt die Stimme von Joe Dexter gerade bei mehrmaligem Hören wirklich zu nerven.
„What Im Looking for“ ist ähnlich wie seine Vorgänger irgendwo eine Mischung aus Poppunk und Rock. Die Jungs hätten sich grade im Chorus mal was neues überlegen können als diese bei jedem Song relativ ähnlich klingenden Backing Vocals. Manchmal hilft es beim Song schreiben, halt nicht nur der Blick in den Hinterhof um gute Songs zu schreiben. Der fünfte Song „The last Punk in L.A.“ bietet ein wenig Abwechslung. Punkrock in The Offspring oder Blink 182 Manier, nicht unbedingt schlecht aber auch nichts neues. Wohohohooo, ja das ist auch der Chorus des nachfolgenden Songs „Too Scared To Fall In Love“, schlichtweg langweilig weil zuvor schon einige Male gehört. Allein das Solo zum Ende des Songs bietet ein wenig Abwechslung und rettet den Song noch so gerade mal. Wenn da nicht diese backing vocals wären....
„The Only Ones” Intro klingt leicht von Social Distortions „Prison Bound“ inspiriert. Danach präsentiert sich ein mittelmäßiger Song, der nicht so schlecht wie der Rest ist, allerdings auch nicht wirklich überzeugen kann. Etwas ruhigere Töne werden bei „Flying Without Fear“ angestimmt, im Chorus geht es dann wieder ein wenig mehr zur Sache, nicht toll aber akzeptabel. Ein Song der auch gut bei MTV laufen könnte. „Republicans“ ist der einzige Song des Albums der wirklich überzeugt. Er erinnert stark an Songs der Sex Pistols. Her geht es rund. Leider viel zu kurz, aber man sieht ein wenig Potential scheint bei den Jungs doch vorhanden zu sein. Mit dem zehnten und vorletzten Song kehren die Jungs zu ihrem gewohnten Sound wieder zurück, und damit auch wieder zum mehrstimmigen Chorus, auf Dauer einfach nur nervig. Allerdings geht der Song ein wenig mehr ab, jedoch überzeugen kann auch dieser nicht mehr.
Der letzte Song, ein Punkrock Cover von „Karma Chameleon“, erinnert stark an Me first & the Gimme Gimmies und verfehlt seine Wirkung als Party Spass nicht. Wahrscheinlich einer der besten Songs des ganzen Albums. Manche Dinge muss man halt mit Humor sehen. Einen Hiddentrack bietet das Album auch noch. Track zwölf „Awesome Strikes Back“ ist eine schöne Hardcore/ Metal Nummer und geht gut ab. Die Jungs sollten mehr von solchen Songs machen.Abschließend kann man sagen, dass „Escape from L.A.“ für Freunde von Bands wie Blink 182 oder The Offspring eventuell was wäre, allerdings nerven die Backing Vocals im Chorus massiv und das ganze klingt nicht wirklich nach was neuem. Teilweise bietet das Album einige Highlights im großen und ganzen jedoch mehr als gewöhnungsbedürftig. Es hilft halt nicht immer mit großen Bands auf Tour zu gehen um eine gute Band zu werden.
<< Zurück





