Archiv nach Interpret

OHL - Jenseits von gut und böse

von: Stefan Schulze
Wertung:
5 von 10 Punkten
Label:
Teenage Rebel Records
V.Ö. Datum:
30.08.2007
21 Tracks (Re-Release)
Artistinfos: OHL
OHL Homepage OHLProfil bei MySpace OHL on LastFM


OHL (Oberste Heeresleitung) haben mit ihrem letzten Album auf Rock-O-Rama einen neuen Weg eingeschnitten. Nein, nicht weil Plattenboss Herbert Egoldt nun neben den schon damals provozierenden Covern oder Titel wie "Heimatfront" oder "Die deutschen Kommen" nun eine vollstände Rechtsrock Platte mit OHL produzierte, sondern weil die Band vom harten Punk in die Dark Wave Punk Ecke abdrieftete. Was damals noch für Kaufschwund sorgte, ist heute ein absoluter Klassiker und damit das begehrenswerteste Album der Band. So liegt mir nun als die 2007er Reissue vom letzten Album aus dem Jahr 1986 mit dem Titel "Jenseits von Gut und Böse vor".

Während das Rock-O-Rama Original lediglich 12 Songs enthielt, sind auf der Re-Release weitere sieben Live-Songs vom Auftritt im Luxor in Köln aus dem Jahre 1986 sowie zwei Proberaum Songs aus dem Vorjahr enthalten. OHL haben hier Wave und Punk zusammengemixt und der erste Songs "Im Schatten der Liebe" kommt mit viel Elektrokram daher. Trotz der "altertümlichen" Aufnahmen nicht schlecht und ähnelt dem alten Tape, das noch immer in irgendeiner Schublade bei mir rumfliegt. Eine Zeit in der das Wort Raubkopie noch keine Bedeutung hatte. Na, lassen wir das. Was die Oberste Heeresleitung befiehlt wird gemacht... aber nicht bei dieser Platte. Denn blieben die Bandmitglieder verstohlen unpolitisch und bieten mit Milch und Honig nen tollen Punkklassiker. Man ist das lange her seit dem ich diese Songs gehört habe. Als Teenagepunker Anfang der Neunziger gab es immer mal wieder den einen oder anderen Song der aus dem "portablen Tapedeck" auf offener Straße schallte.

Und dazu gehörte auch der Song "Heut Nacht", mit dem das jugendliche Selbstbestätigungsgefühl gestärkt wurde. "Heut' Nacht sind wir tausendmal neuer, als noch Jahre zuvor..... heut nacht brennt unser feuer, noch heisser als je zuvor"! Nicht schlecht was ich so über die zwölf Songs höre. Doch die angefügten Live Tracks aus dem Kölner Luxor sind qualitativ so schlecht, dass sie noch nicht mal einer Schrammel-Punkband gerecht werden. Sorry, kann man total vergessen. Das gleiche gilt für die beiden letzen Tracks, aufgenommen 1985 im Proberaum. Somit hätte man sich von insgesamt 21 Songs bereits neun sparen können...

Mehr über OHL:
Reviews O: OHL - Krieg der Kulturen
Reviews Sampler: Sampler - Sun of a Bastard (The 3rd Chapter)




<< Zurück