No Relax - Indomabile
von: Stefan SchulzeBereits am 18. Mai 2009 ist das dritte Album der spanischen Band "No Relax" via Mad Butcher Records s veröffentlicht. Und seid ein paar Tagen läuft es bei mir durch den Player. Doch vorerst war ich etwas verwundert, denn der erste Blicke auf die Homepage der Band (http://norelax.de) war nicht gerade sehr ansprechend. Denn die letzte Aktualisierung erfolgte im März 2008 und das ließ nichts gutes vermuten. Doch siehe da, es handelt sich überhaupt nicht um die offizielle Homepage der Band, sondern um eine deutschen Ableger. Da mag man die die fehlenden Updates auch verzeihen. Denn auf den - zwar nicht sehr äußerlich ansprechenden - spanisch sprachigen Homepages ist mehr Aktivität zu entdecken. Für mich allerdings kaum verständlich. Aber Internetseiten hin oder her... was ist mit der Musik?
Der Promotext von Mad Butcher Records verrät mir mehr zur Band und vor allem zu den Bands. "Carne Fresca" heißt der erste Song, der soviel wie "frisches Fleisch" heißen könnte. Lt. Auskunft des Labels handelt es sich inhaltlich um das Thema, dass Frauen in dieser Welt misshandelt und als Ware gehandelt werden“. Musikalisch hingegen schlägt der Song diese ernste Schiene nicht ganz ein. Verlasse ich mich ganz auf die musikalische Stimmung (und mir bleibt nichts anderes übrig), so hätte ich einen weit aus harmloseren Text vorgestellt. Melodische Punkrock Sounds mit einer wunderbaren weiblichen Vocals und einem Takt in der Stimme, bei dem man zu 100 % bei der Sache ist. Und immer wieder die Gitarre, die jede nur erdenkliche Stimmpause belegt. Und ihr Inhaber Joxemi hat es super drauf die Gitarren richtig anzuschlagen. Aber wie das bei den südländischen Sprachen so ist, wenn sie mal aggressiver ausschlagen, so wirklich ernst klingen sie selten (zumindest nicht wenn man keine Gestiken dazu sieht). Und genau dieses Problem hat nicht nur dieser Song. Die gesellschaftskritischen Inhalte wie beispielsweise der Text über eine Welt in der Menschen von der Arbeit versklavt werden (Song: Loco Loco), Äußerlichkeiten alles sind (Song: Imagen Perfecta) oder Egoismus und Gleichgültigkeit die Welt beherschen (Song: Persona Normal), kommen aus meiner Sicht nicht so ernst rüber. Klar, das liegt daran, dass ich die Sprache nicht verstehe. Und deshalb macht es auch nichts. Denn lasse ich mein Wissen über die Inhalte der Texte einmal außen vor, dann habe ich tolle Songs im Gehörgang, zu denen ich mir meine ganz eigenen Interpretationen machen kann. Aber pssst…. das liest die Band bestimmt nicht gerne.
Und ehrlich gesagt, Crossover Songs wie „Maldito Progreso“ gefällt mir richtig gut. Und mit dieser Leichtigkeit im Sound, der mich durch die Frontfrau schon etwas an die älteren Songs der Guano Apes erinnert, macht das Hören richtig Spaß. Schon fast befreiend… ohne sich mit gesesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen zu müssen. Denn das macht man doch sowieso lieber mit Songs die mit der Heimatsprache behaftet sind, oder? Doch etwas leichte inhaltliche Kost gibt es bei No Relax ebenfalls. So handelt der Text von „Maria und der Song „A la Caldera“ von so einem banalen Thema (zitat: Promotext) der Legalisierung von Cannabis. So wird darauf hingewiesen, dass gerade die beiden Songs dadurch das soziale und engagierte Gewicht des Albums erleichtern. Der Witz dabei ist, dass hier letzt genannter Song (A la Caldera) sich gerade hier die Stimme von Sängerin Micky aggressiver als bei den meisten anderen Songs anhört.
Die insgesamt 13 Songs sind den vier Musikern gut gelungen. Besonders interessant finde ich die weibliche Stimme in Verbindung mit dem Punkrock / Crossover Sound und dem Schuss Rock’n’Roll. Und ein herausragender Song ist dann auch noch mal der Titeltrack des Albums. Der rundet für mich nämlich das oft „unverständliche“ aber musikalisch wirklich gute Album ab. Gut, dass das in spanische bereits im letzten Jahr veröffentlichte Album von Mad Butcher auch hierzulande noch einmal über die Ladentheke gejagt wird.
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