Ni Ju San - Schönen Gruß
von: Stefan SchulzeEs knallt, es rockt es schockt..... die Band scheint nicht wirklich an den Weltfrieden zu glauben... denn "Viva Utopia" spricht schon im Titel für sich. Die deutschsprachigen Musiker versprechen, so lange nicht die Schnauze zu halten, wie dieser Zustand anhält. Fakt ist, dass die Band musikalisch eindrucksvoll das unterstreicht, wozu sie aufruft: Nämlich eine Revolution für den Frieden und die Freiheit....
Geil ist der Titeltrack des Albums "Schönen Gruß"... Punk mit aggressivem Streetrock..ein Song genau nach meinem Geschmack mit einem großen Anteil Gitarrensound. Mit verzerrter Stimme im Robotstil erklingt der vierte Song des Albums, der Anfangs auf einen anderes Genre hinweist. Letztendlich schließt der Track aber an seinen Vorgängern an, auch wenn es hier etwas ruhiger angeht. Aber das auch nur teilweise, denn insgesamt versprüht der Song ähnlich viel Power wie sein Vorgänger. Mit "Innocence" wagt sich die Band dann auch einen englischsprchachigen Song, der keineswegs schlecht ist, aber der einfach ungewohnt zwischen den anderen Liedern heraussticht.
Textlich geht die Band mit "Fleichwurstprinz" zu dem in Richtung Fun-Punk, auch wenn die Sound um einiges härter ist als der, der typischen Songs dieses Typus. "Rockbitch" hingegen handelt nicht über die britische Frauencombo, deren Live-Show aus reinen Sexorgien besteht, sondern eher über körperliche Abhängigkeit zwischen Mann und Frau. "Dein Körper bebt in meinen Vibes. Wie meiner der nach deinem schreit. Durch deinen Lenden strömt der Antichrist, darum bin ich Punkrock-Gitarist". Insgesamt 15 Songs beinhaltet das aktuelle Album und die Band kommentiert ihr Werk wie folgt. "Wir empfinden es als Herauforderung, dass keines unserer Lieder wie das vorherige klingt, geschweige denn wie Eines einer anderen Band. Durch die Vielfältigkeit verleihen wir jedem unserer Texte die Stimmung, die ihm gerecht wird, wobei dadurch extreme Spagate zwischen melodischem Pop-Punk a la Wohlstandskinder bis hin zu kafkaesken Balladen entstehen."
Dem ist eigentlich nicht viel hinzufügen. Das was die Band sagt, setzt sie klasse ihn ihren Songs um. Ni Ju San singen die meisten ihrer Songs auf Deutsch, weil sie der Ansicht sind, dass man in seiner Muttersprache einfach bessere Möglichkeiten hat sich auszudrücken. Zugegeben, manchmal mag man froh sein unverständliche englische Texte von Bands zu hören, um den Schwachsinn der Inhalte zu überhören. Das passiert dem Quintett aus Wermelskirchen nicht.
Klasse Album. Auch die weiteren Song verlieren nicht an Kraft und Ideenreichtum und die aggressiven Töne von "SOS" - einer von drei englischsprachigen Songs - kann überzeugen. Auch wenn mir persönlich der muttersprachliche Gesang noch besser gefällt. Songs die mich nicht ganz überzeugen gibt es allerdings auch. So zum Beispiel der Ska belastete Track "Macht's Gut" sowie der Nachfolger "Stichtag". Im Gegensatz zu den Vorgängern fehlen dem Song etwas am Dynamik... keineswegs schlecht.... aber das I-Tüpfelchen vermisse ich.... Liegt aber auch daran, dass mich die anderen Lieder einfach richtig begeistert haben. Insgesamt liefert die Band eine hervorragendes knapp 57-minütige Werk ab....
<< Zurück





