Charlie Rich - Charlie Rocks
von: Stefan SchulzeNachdem Charlie Rich als junger Jazz und Blues Musiker erste Erfahrungen mit seiner Band The Velvetones sammelte, wurde Sun-Records Eigentümer Sam Philips auf Rich aufmerksam. Doch der jazzige Sound kam beim Plattenboss nicht an. Kurzerhand widmete er sich mehr dem Rock’n’Roll und Country und siehe da, das 1960 erschienen Album „Lonely Weekend“ schaffte es tatsächlich - wenn auch nicht ganz oben – in die Country Charts. Doch so richtig wollte der Durchbruch nicht kommen. Erst nach mehreren Wechsel der Label, konnte er 1973 mit dem Gold ausgezeichneten Album "Behind Closed Doors" die Spitze der Country Charts erreichen.
Auch den Grammy als Best Male Performer hielt er bald in den Händen. Auch wenn er noch mal zurückkehrte, eigentlich war die Karriere von Rich eigentlich schon beendet, als er bei der Verleihung der CMA Awards blau wie ne Haubitze den "Entertainer of the Year" präsentieren sollte, doch stattdessen den Umschlag mit dem Namen des Gewinners auf der Bühne verbrannte. So kann es gehen...
Nun gibt es also die Veröffentlichung "Charlie Rocks" bei der Bear Family wieder einmal den Querschnitt eines Musikers aufgreifen, wie er so noch nie erhältlich war. 31 Tracks aus den Anfangsjahren bis hin zu den Hits von Charlie Rich. Skipped man sich erst mal so durch die Tracks, ist die Richtung eigentlich schon klar. Klassischer Rock’n’Roll der immer wieder von Jazz und Country Einflüssen durchkreuzt wird. Doch in den erste Songs dominiert klar der Rock’n’Roll. Das ändert sich etwas ab dem Song "That’s Rich2. Jazz mit Swing Attitüden, rein Instrumental mit Charlie Rich am Piano. Und was für eine Tastenkunst. Toller Sound… der hebt die Laune mit dem ersten Ton. Und so fließen immer mehr jazzige Parts in die Rock’n’Roll Songs ein.
Zwar glaubt man zeitweise Teilweise man hätte Elvis Presley am Mikrofon (Lonely Weekends). Denn auch die Gospel-Klänge weisen eine hohe Ähnlichkeit auf. Doch nun ein Break... denn ehrlich, gesagt alles zu beschreiben wäre unmöglich. Ich fasse mal zusammen. Die Rock’n’Roll Klänge sind klassisch und gut. Viel besser gefallen mir allerdings die Songs, bei denen Charlie Rich sich nicht so von Sam Philips hat "inspirieren" lassen. So zum Beispiel die Songs, die von den jazzigen Parts dominiert werden oder Tracks wie bspw. "Midnite", der den 60ties Soul Spirit in sich trägt. Doch eigentlich ist für jeden was dabei. So z.B. ist die Kombination zwischen Piano und Gesang „You Made A Hit“ sehr Jerry Lewis Like.
Ich aber bin echter Liebhaber solcher Ausreißer wie dem instrumentalen Song "Red Man" geworden, dass sind die Songs, die für mich in Verbindung mit dem Namen Charlie Rich stehen. Abgesehen davon, kann man mit dem – wie mit den meisten Bear Family Releases – als Fan von Musikgeschichte sowieso nichts Falsches machen. Für mich wieder ein klares Daumen hoch für diese Zusammenstellung großartiger Songs.
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