Paramore - Brand New Eyes
von: Nikola Nekic
Die amerikanischen Senkrechtstarter von Paramore um Frontfrau Hayley Williams haben mit "Brand New Eyes" ihr mittlerweile drittes Album veröffentlicht , lässt man einige Livealben mal außen vor. Es wurde fleißig getourt, unter anderem auf der obligatorischen "Vans Warped Tour", eifrig Bandmitglieder ausgetauscht und man ist sogar bei den schwerstens beliebten Gitarrenkonsolenspielchen á la Guitar Hero mit dem ein oder anderen Song vertreten. Außerdem hat das Mädchen am Mikrofon auch schon durch ihre Beziehung mit Chad Gilbert von New Found Glory Bekanntschaft mit der musikalischen Regenbogenpresse und Internetforen gemacht.
Man kennt das ja…beim Debut ist alles erlaubt, doch beim zweiten Album erwartet die breite Meute, dass man zumindest irgendeinen vorzeigbaren Fortschritt präsentiert oder zumindest seinen Stil gefunden hat, um dann mit dem dritten Album zu zeigen, zu was man wirklich im Stande ist (siehe Underoath, My Chemical Romance), oder furchtbar auf die Schnauze zu fallen (z.B. The Used).
Wenn man Brand New Eyes nun in seinen CD-Player legt, präsentiert sich einem ein klinisch sauber produziertes und fett klingendes Album. Paramore haben definitiv ein Gespür für catchy Melodien und schöne Gesangslinien. Alles klingt sehr rund und stimmig, irgendwo im weiten Feld zwischen Pop, Rock, Punk und Emo, alles ist schön glatt und eingängig. Von schnelleren Songs über gemäßigtes, bis hin zur gezupften Akkustikballade ist alles dabei, Dienst nach Vorschrift quasi. Die Band würde super auf eine dieser Teenyfilm Abschlussbälle passen, auf die deine Freundin so sehr steht, es aber niemals zugeben würde.
Und hier liegt meines Erachtens nach auch das große Problem dieser Platte und der Band im Allgemeinen: Wie Highschoolfilme sind Paramore beliebig austauschbar.
Es passiert immer das gleiche: Der Underdog kriegt die Schulbombe am Ende doch und der böse Footballspielerfreund verliert. Der Streifen lockt vielleicht noch ein Paar Menschen ins Kino, um dann irgendwann mal sonntags um 15 Uhr auf Pro Sieben zu laufen. Wenn man nicht wirklich drauf achtet, könnte beim Albumopener auch irgendeine andere Band spielen, von der Stimmlage her tummeln sich doch einige Frontmänner in ähnlichen Stimmlagen wie Hayley – das Doppel-X-Chromosom reicht also auch nicht, um Paramore vom Rest abzuheben.
Auch die Produktion entspricht, wie oben schon erwähnt, dem modernen amerikanischen Standard, mit einer kleinen Dosis Rotz sähe die Sache vielleicht schon anders aus. Wie heißt es in einem der Songs: „We’re Not The Same“ - leider doch. Somit fügt sich „Brand New Eyes“ schlüssig und bündig in das paramorsche Gesamtbild ein, Album Nummer 3 wurde eine sichere Sache, auf Experimente wurde verzichtet. Wer nix wagt, verliert auch nix - Gewinnen ist somit aber auch ausgeschlossen. Ein nettes Album also für den Sommer…leider wird’s grade Winter….
News 2009: Hayley schlägt die Sticks
News 2009: Neues Paramore Album hören
News 2009: Paramore veröffentlichen neues Video
News 2010: Neues Paramore Video ansehen
News 2010: Paramore ohne Gitarristen und Drummer
News 2011: Paramore: Ersatz für die Farro Brüder
News 2011: Paramore: MTV fragt nach Vorwürfen
News 2011: Paramore posten neues Video
<< Zurück





