Macbeth - Gotteskrieger
von: Stefan Schulze
Bereits seit 1985 sind die Mannen der Erfurter Band MacBeth unterwegs. Zwei Jahre vor dem Mauerfall gab es noch eine Umbennung der Band (Caiman) und ein Schicksalsschlag (der Sänger Detlef Wittenburg begang Selbstmord) kurz nach der Wiedervereinigung führte zu einer Zwangspause. Und das sollte leider nicht die einzige sein. Denn nach dem Comeback im Jahr 1993 stürzte sich der Schlagzeuger der Band von einem Hochhaus in den Tod. Erst 2004 machten anderen Musiker weiter und traten erstmals wieder live auf. Das Ergebnis sus dem 5 Jahre später folgenden Deal mit Massacre Records liegt uns nun vor. Das Album "Gotteskrieger". MACBETH sind Metaller, deutschsprachig, düster, nachdenklich. Die Lyrics sind Schlachten. Sie beinhalten immer wieder Kriegsszenarien aus den verschiedensten Epochen deutscher Geschichte. Keinesfalls überheblich oder mit Hasspredigten zu vergleichen. Ganz im Gegenteil!
Die Stimme von Sänger Olli Hippauf passt perfekt zur musikalischen Untermalung. Und wenn man sich das Zitat Friedrich dem Großen in Bewußtsein ruft ("Ihr verfluchten Racker, wollt ihr den ewig Leben") während seine Soldaten vor dem Tod flüchtet, weil die Schlacht als verlorgen galt, dann spürt man mehr als nur einen Hauch Ironie in dem Text von "Hunde wollt ihr ewig leben?". Die Songs sind bespickt mit kräftigen Riffs, eingängigen und wohlüberlegten Texten und eingängigen Melodien. Einfach eine starke Portion Oldschool Metal. Und immer feine Eingearten. So z.B. die Integration des Originalsounds vom Film "Das Boot" in das gleichnamige Boot.
Der gewöhnungsbedürftige sechsminüte Song "Golgatha" sowie der einminütige Song "Vater" sind Ausnahmen auf dem Album. Ausnahmen in sofern, dass ich den Songs nicht wirklich was abgewinnen kann. Dafür aber allen anderen. Und das sind immer hin acht von zehn Tracks. Eine spezielle Rolle nimmt auch der "Dauerbrenner" (7.24 Min) dieses Albums ein: "Maikäfer flieg". In den ersten Sekunden erinnert mich es stimmlich und textlich doch sehr an Subway To Sally. Aber spätestens bei den kraftvolleren Gesangsparts alles wieder beim alten. Besonders hierbei: Ein Anti-Kriegslied das durch den weiblichen Kindergesang im Refrain sehr zart und einfühlsam wirkt, obwohl Hippauf textlich den Part ergänzt und da genau das krasse Gegenteil wiederspiegelt. Auffallend interessanter Song und ganz klar einer meiner Favoriten.
MacBeth haben ein tolles Album veröffentlicht. Doch nach zehn Songs mit der gleichen oder zumindest ähnlichen Thematik ist es Zeit für eine Pause. Soll heißen, mehr Songs auf dem Album hätte sich die Band den "Gotteskriegern" auch nicht widmen dürfen. Aber eins sei vorgemerkt. Es brauch nur einer kleinen Pause, um die Scheibe zum wiederholten mal durchlaufen zu lassen. Ein Album, was jetzt schon die Aussage zulässt: "Man darf gespannt sein was als nächstes kommt!"
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