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Sebastian Kuboth - Kein Halt in Freimann
Eingetragen von: Jens Budzinski
Label:
V.Ö. Datum:
01.01.1970
Artistinfos:
Ich liebe Hörbücher und Hörspiele, deshalb habe ich mich auch gefreut auf unserer Besprechungsliste "Kein Halt in Freiman" zu finden. Das ganze hat den Untertitel " Ein Punkrock-Hörspiel aus München". Hmm, Punkrockhörspiel was ich mir wohl darunter vorzustellen habe...Entweder ist es abgefahren cool oder (un)freiwillig zum totlachen..however ich werds rausfinden.
"Kein Halt in Freiman" ist eine Doppel-CD, wobei sich auf einer CD das Hörspiel und auf der anderen der Soundtrack befindet. Das ganze ist DIY frei nach dem Ur Punkgedanken und wartet mit einer Sprecherliste auf, die sich sehn lassen kann. U.a.: Hansi Kraus, Gerhard Acktun, Eisi Gulp, Erhart Hartmann und Michelé Tichawsky verleihen den Figuren ihre Stimmen.
Protagonist Fränk ist Jahrgang 1965 und findet nach schwerer Kindheit in den Anfängen der Punkbewegung sein Ding. Als es langsam in die Berufswelt geht wo man mit Iro schnell aneckt, wird er Skinhead. Allerdings nur solange bis diese Szene ins politische abdriftet. Er bleibt zwar weiter im Punkrockumfeld ohne sich aber äußerlich direkt einer Richtung zuzuorden.
Im eigentlichen Handlungsstrang geht Fränk auf ein Konzert der Gumbabies und trifft auf alte Bekannte. Der aber für mich interesantere Teil spielt sich im anderen Handlungsstrang nämlich in den Erzählungen von Fränk ab. Eigentlich brennt in ihm noch das Feuer aber seine Zeiten der großen Revolution sind vorbei. Er steckt also mit einem Bein noch in der Szene und die Erinnerungen an die Vergangenheit und mit einem Bein im
Spießertum, den ein normaler Arbeitsalltag mit sich bringt. Ich denke jeder von uns der mindestens über 30 ist und schon einige Jahre in der Szene (egal welcher) auf dem Buckel hat, wird sich sehr gut in Fränk wiederfinden.
"Kein Halt in Freimann" ist ein nettes kurzeiliges Hörbuch aufgepusht mit Punkrock, Skapunk und Oi Songs. Von der Länge oder Kürze und Professionalität, hätte es auch für das bayrische Radio produziert sein können. Im Soundtrack finden sich die genannten Musikrichtungen in Form von Tobsi, Taxgas, Brainbucks, Destination Failure, Mummy´s Darlings, Kafkas Orient Bazar, Kein Signal, Pock, Gumbabies und die eigens fürs Hörspiel gegründeten Moonholzers als Bonus wieder.
Ich finde Szene-Hörspiele sind eine supergeniale Idee, wofür es schonmal einiges an Punkte gibt aber es gibt auch noch Luft nach oben. OK das Stück spielt in München, aber liebe Bayern es tut mir echt leid, aber für uns Ruhrpottler ist ein Punk der urbayrisch spricht sehr schwer vorstellbar. Da man ja beim Hörspiel bekanntlich kein Bild hat, geht ja das Kopfkino ab und irgendwie hab ich da ständig ein Seppel aus irgendwelchen Heimatfilmen im Kopf.
Sebastian Kuboth hats vorgemacht: DIY Hörspiele über die Szene auf professioneller Basis. Ich hoffe auf Nachahmer und natürlich noch mehr aus diesem Haus. Deshalb richtungsweisende 7 Punkte!
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