Tony Rocker - Die Übersicht
von: Junior Brands
Rückblick. Als wütender junger Mann hatte man es in den 80er und frühen 90er Jahren nicht leicht. Es gab soviel auf das man wütend sein konnte. Die Eltern, der Staat, das System an sich. Aber vor allem war man wütend auf all die Plattenfirmen mit ihren einfältigen Ideen. Pop Rock war einer dieser Geistesblitze. Die Gitarren waren wenig verzerrt, die Stimmen weich und voller Sehnsucht. Mädchenkram halt. Wenn die Pop Rocker tanzten waren die Wütenden an der Bar. Gegenwart. Wütende Jugend wird zu angespannten Adoleszenten, wird zu entspannten Männern.
Pop Rock hat seinen Schrecken verloren. Die 80er klingen als Echo nach. Nein, man kauft sich nicht direkt Simple Minds, sondern tastet sich ran. Tony Rocker wäre ein guter Anfang. Die Gitarren klingen nach Rock, nicht nach Wut. Ein netter Flow stellt sich ein. Vielleicht ein Bier dazu trinken, aber lieber Kölsch, weil es nicht so stark schmeckt. Oder Beck's Gold. Der Geschmack ist angenehm, man vergisst ihn aber leider viel zu schnell. Vielleicht täte ein kleiner Schnaps ganz gut, aber nein. Der macht gleich wieder so aggressiv.
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