Amazing Timedrifters, The - Back To The Bop
von: Mirko TheisDa sind sie wieder! Essens Rockabilly-Eigengewächse melden sich "Back To The Bop" mit einer sechs Songs umfassenden EP, ihrem zweiten Studiooutput, nachdem sie sich mit fleißigen Konzertgaben zumindest lokal bereits einen Namen gemacht haben dürften. Wer Zeuge dieser spaßigen Auftritte ("hey Barmann, gib den Jungs mal 'n Bier, dat is' die erste gute Band die hier spielt") werden durfte, wird den Großteil der EP bereits kennen. Das Intro zeigt gleich was die Zeitmaschine antreibt; Sex, Spaß, Rock 'n' Roll. Ein nettes Instrumental, mit anregender weiblichen Gaststimme, das wörtlich genommen Lust auf mehr macht.
Mit Bassgeklapper den zweiten Song einzuleiten, grenzt dann natürlich schon etwas an Bestechung, was soll man da dann noch schlechtes sagen? "Back To The Bop" lädt dann auch zum boppen ein, textlich wird einem nicht zuviel abverlangt und so kann man gleich zum Wesentlichen kommen und wahlweise mit seiner Freundin oder der Flasche Bier auf die Tanzfläche hüpfen und sich mitreißen lassen. Ähnliche Songs hat man zwar schon hundertmal gehört, aber dem Spaß tut es keinen Abbruch, ab einem gewissen Pegel sowieso nicht. Bei "Maddogmurphy" zollt dann Gitarrist Kleini aka Big Rollin' Kahuna seiner musikalischen Liebe tribut, und so erinnern In- und Outro stark an einen bekannten Meteors-Riff. Die Konsequenz daraus ist ein psychotisch angehauchter Stomper, der direkt in die Knochen geht.
Es mag zwar ein kleiner stilistischer Einschnitt sein, aber ich finde, die etwas rotzigeren Nummern stehen den Jungs gut. Mit "RockBop DooWop Baby" werden dann aber auch gleich wieder alle zufrieden gestellt, die diese Meinung nicht ganz teilen und so kommen wieder blaue Augen und wackelnde Hüften ins Spiel. Für mich eher eine kleine Enttäuschung, andere werden sagen "Gott sei Dank" "Tonight" ist eine etwas langsamere Nummer, mit cooler Surfgitarre und der bis dato stimmlich besten Leistung von El Rafa. Die beste Nummer der Scheibe. Abgeschlossen wird das ganze vom "Ice Cream Man", personifiziert von Big Rollin' Kahuna. Man merkt dem Song an, daß die vier Jungens wohl ziemlich Spaß bei den Aufnahmen hatten. Mehr sage ich dazu nicht, muss man sich anhören.
Was mit der Bezeichnung "Wide Open Eyes Mixup" gemeint ist, überlasse ich jetzt mal der freien Interpretation. Fazit: Die Timedrifters haben Fortschritte gemacht. Während Stefan weniger Psychobilly möchte, hätte ich gerne mehr, so unterscheiden sich die Meinungen. Früher oder später wird sich herausstellen wohin die Richtung geht, man darf gespannt sein. Die Scheibe macht Laune, die Timedrifters live sowieso. Wer sich davon noch nicht überzeugen konnte, hat am 30.4. im Zwischenfall wieder die Gelegenheit dazu, dort gibt es die Feuerprobe als Vorband der Meteors zu bestehen.
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