Tempesta - The Other Side
von: Stefan Schulze
Tempesta, bis dahin noch nie gehört. Doch mit „The Other Side“ liegt mir bereits das dritte Album der Band vor. Classic Rock / Hardrock / Country? Das sind die Genres denen sich die überwiegende Zahl der Songs einordnen lässt. Bis zum letzten Drittel des Titeltracks hat es allerdings gedauert, bis mir plötzlich zwei Namen eingefallen sind, an die mich die Melodie und die Arte des Gesangs erinnern. Ein Mix Kid Rock und Clawfinger.
Mit „Take Of The Town“ schlägt der Country ein. Zwischenzeitlich immer ein eingängiger Beat, bei dem doch eher gemäßigten Song. Allerdings verliert der Track nicht an Spannung. Denn nach dem Refrain überrascht die Band mit einer immer anders klingenden Interpretation der verschiedenen Strophen. „The Way It Is“ ist ein reinrassiger Country Song. Trifft absolut nicht meinen Geschmack und verfängt sich sofort in meinen Gehörgängen. Eine mehr als drei Minute anhaltende Spirale aus Belanglosigkeit.
Eine tolle Ballade hat die Band dagegen mit „Lose You Once More“ geschaffen. Auch wenn der Refrain im Gegensatz zu den einzelnen Strophen nicht ganz mithalten kann, so gehört der Song doch Besten dieses Albums. Die tolle Stimme von *thalmann reto kommt hier erst richtig zur Geltung. Viele der Songs pendeln sich insgesamt in den Sound der bereits beschriebenen Songs ein. Tolle Ausreißer wie der gitarrenlastige Sound von „Jack“, „Hicktown“ oder Modern Rock Song „Hurts Me“ sind wirklich erfrischend und tun dem Album gut. Denn zwischenzeitlich kommt es bei den restlichen Tracks doch etwas zur gedanklichen Zwangspause.
Das Album ist gut. Allerdings muss man vorsichtig sein, es nicht über zu bewerten. Fakt ist, dass die Mischung der Songs – vielleicht nicht ganz freiwillig – gut gewählt ist. Während man sich auf Grund nicht vorkommender Überraschungen und bereits eingespielten Songkenntnissen, bei einigen Songs hirn-ausschaltend zurücklehnen kann und eine nebenläufige Aufmerksamkeit völlig ausreichend ist, so sind immer wieder Tracks dazwischen, die mich aus dem „Trance“ Zustand aufhorchen lassen. Und immer wenn diese ersten Sekunden eines Songs anklingen, lohnt es sich wirklich. Lieder, von denen man behauptet, sie wären total überflüssig, sind – bis auf einen - zwischen den insgesamt 12 Tracks nicht zu finden. Mit gutem gewissen kann ich die hier aufgeführte Punktzahl vertreten.
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