Sampler - A Tribute To Johnny Cash
von: Stefan SchulzeVon vorne herein sei gesagt, dass ich so unbezwungen wie möglich in diese Plattenrenzension gehe, wie nur möglich. Denn wenn mal wieder eine Johnny Cash Tribute betroffen ist, sei mir die Skepsis nicht verwehrt. Und so haben Wolverine Records beschlossen einen Tribute Sampler mit Horror-Punk Bands zu veröffentlichen. Zwar weist der Promotext darauf hin, dass keiner der Bands es wagen würde, einer ihrer Interpretationen als gleichwertig oder gar besser als das des Originals darzustellen, doch sie sollen als eingenständige und gut hörbare Versionen der Klassiker dargeboten werden.
Ja, es gibt tatsächlich hörbare Songs auf dem Album. Dazu gehört der erste Songs "Walk The Line" in klassischer modern Punk-Verson oder auch die extreme Version "Big River" von The Aggro-Nuts. Der letztgenannte Song aus dem Grunde, weil er so verfälscht ist, dass dieser der originalen Mystik nicht nahe kommt und erst überhaupt kein Spirit des Originals verloren gehen kann. Aber was dann kommt ist das, was ich den Soundsamples bei Myspace schon entnehmen konnte. Denn die Mister Monster hätte auch Heino ersetzen können. Und ich könnte wetten, dass dies nicht nur auf die falsche Wahl des Songs zurückzuführen ist. Wir sind bereits bei Track 7 angekommen. Dieser entpuppt sich als recht guter Song. Auch wenn er etwas Feeling vermissen lässt, ist es eine gute Interpretation von "Cry Cry Cry".
Auch "Folsom Prison" lässt sich durch die Frauenstimme gut hören. Mich wundert wie tief die Sängerin von Lonesome Spurs singen kann. Aber man hört auch deutlich, dass es sich hierbei um eine eigentliche Rockabilly Combo handelt. Aber klassiker wie "One Piece At A Time" werden völlig schnöde interpretiert. Zwar halten sich Nuke & The Living Dead an den Country Style, doch bleibt das Urteil eines billigen Abklatsches nicht aussen vor. Doch was dann folgt ist eine reine Frechheit. Dazu gehören die "Interpretationen" der Massacres und "Colonel Sanders' Grave". Furchtbar und für laienhafte Cash Kenner kaum anhörbar.
Der vorletzte Track "Wanted Man" wirft ein letztes Licht auf den Tribute-Sampler. Denn auch dieser Song ist verschmäht seine wahre Identität, so dass eine ordentliche Version - oder besser gesagt - eine eigenen Interpretation entstanden ist. Denn hier wird "Wanted Man" als echte Trash Version interpretiert. Doch der der Schluss des unsinnvollen Tribute Samplers, den The Bang Tale mit dem Song "Sunday Morning Coming Down" - versucht haben- zum besten zu geben ist völlig in die Hose gegangen. In diesem Moment wurde nicht nur die falsche Band, sondern erst recht der falsche Song ausgewählt. Diese Abschluss spiegelt leider auch meinen Gesamteindruck des Albums wieder. Also Geld sparen und lieber in eine originale Scheibe von Cash stecken.
Tracklist:
1. I Walk The Line – Blitzkid
2. Sam Hall – The Boo Berry's
3. Cocaine Blues – Electric Frankenstein
4. The Kneeling Drunkard's Plea – The Spookshow
5. Big River – The Aggro-Nuts
6. Give My Love To Rose – Mister Monster
7. Cry! Cry! Cry! – The Ghoul
8. Folsom Prison Blues – Lonesome Spurs
9. One Piece At A Time – Nuke & The Living Dead
10. The Wreck Of The Old '97 – The Massacres
11. Dark As A Dungeon – Colonel Sanders' Grave
12. Wanted Man – Psycho Charger 13. Sunday Morning Coming Down – The Bang Tal
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