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Wilde Jungs - Bis Aufs Blut

von: Stefan Schulze
Wertung:
7 von 10 Punkten
Label:
Asphalt Records
V.Ö. Datum:
27.06.2008
12 Tracks
Artistinfos: Wilde Jungs
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Los geht es bei den Wilden Jungs mit harten Gitarrenriffs und einer harten Stimmlage. Verstecken braucht sich die Band nicht und deshalb darf man der ihr auch raten, sich ohne Billigfusel auf die Straße und sich aus den heimischen und sicheren Mauern ihrer "Wilde(n) Welt" trauen. Also, Tür auf, raus und als "Vollgaspilot" in die Welt der Bühnen und des Publikums. Die Richtung der Wilden Jungs schlägt schon in die Richtung der Böhsen Onkelz, die mit dem Song "Bomberpilot" die Initialzündung Songs "Vollgaspilot" hätten sein können.

Dass die Musiker zwischen Aufnahmen und Live-Auftritten nicht wirklich Zeit für Kuschelsex haben, beweist ihr Song "Auf die Knie Marie". Also Mädels, wer die Band mal kennen lernen will brauch nur den Schnabel aufzusperren und dem Befehl zu folgen "Knie dich hin und saug an ran den Pillemann". Ich bin mir sicher mein Umfeld wirft mir nicht vor prüde zu sein, aber irgendwie wertet dieser billige Text das Können der Band echt ab und so richtig ankommen tut dieser nicht. Und zu Beginn des Songs "Preiset Den Herrn" überfällt mich auch nicht gerade die Priese Kreativität - sei es musikalisch oder textlich. Aber dafür überzeugt mich der Refrain, der sich wie die gesamten Lyrics dieses Tracks mit der Heuchlerei einer Herde von Lämmern als Mitglieder einer Kirche beschäftigt. Der Refrain besitzt die Aggressivität die ich will und die ich von einer deutschsprachigen Rockband dieser Art einfach einfordere!

Im Song "König Alkohol" gibt es sogar ein Refrainstrophe, die von eine Huren-Chor angestimmt wird - doch liebe Hörer, stempelt die die Mädels, die sich wahrscheinlich freiwillig ans Mikrofon gestellt, nicht direkt als soche ab. Eigentlich eine ganz lustige Passage. Musikalisch einwandfrei dagegen gefällt mir der Titelsong des Albums. "Bis Aufs Blut" ist hämmernd, schnell und textlich sehr realitätsnah. "Brüder bis aufs Blut... wie die Zeit vergeht...heute so um uns steht... neid ist eine Schlange" sind nur wenige Textpassagen, die den Inhalt des Songs jedoch deutlich genug wiedergeben dürften. Und natürlich darf auch eine Saufhymne nicht fehlen und diese ist mit "Trunkenbold" natürlich auch enthalten. Der Refrain lässt sich aufgrund seiner Schlichtheit auch gut noch bei mehr als 2 Promille mitgröhlen.

"120 Kilo Fleisch" ist nicht etwa die Fortsetzung des Dimple Mind Songs "100 Kilo Fleisch", sondern lediglich die Ode an ein kugelrundes zuckersüßes Mädel. Wohl bekommts... Mit "Der letzte Tag" bildet nicht nur den Abschluss des Songs, sondern für mich auch den besten Songs des Albums. Absolute gute Gitarrenparts, toller Text und einfach ein gutes "Ende". Insgesamt haben die Wilden Jungs ein respektables Album auf den Markt gebracht. Doch der direkte Vergleich zu den "Konkurrenzband" in Sachen Deutschrock schmälern die zu vergebenen Punktzahl etwas. Doch man muss deutlich sagen... Wilde Jungs gehören mit Sicherheit zu den Bands, die in der ersten Liga dieses Genres spielen.. und gegen etwas prolliger Streetrock in vereinzelten Songs kann man ja auch nicht wirklich was haben...

Mehr über Wilde Jungs:
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