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Junge Röemer - Dekubitus Prophylaxe

von: Stefan Schulze
Wertung:
5 von 10 Punkten
Label:
Bandworm Records
V.Ö. Datum:
27.11.2009
11 Tracks
Artistinfos: Junge Römer
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"Junge Röemer" stammen aus Österreich und machen einen Mix aus Punkrock / Deutschrock. Keine Schrammelpunk, sondern schon Melodien und Texte, die auch in Richtung Onkelz gehen könnte. Und gleich im ersten Track, beschreiben sich die Mitglieder der Band als szenelose Außenseiter und starten stark in ein das 11 Tracks umfassenden Album. Motorrock-Sound mit federführenden Gitarren und einem zu 100 % passenden Rockgesang!

Schnauze halten! Schön drumherum reden. Das ist nicht das, was die Jungen Röemer macht. "In einer Zeit Kinder in der Kinder fickt. Geschützt in dieser Gesellschaft werden Schwerstverbrecher... psychologische Betreuung... für diese Arschlöcher!", so klingt der Aggressiv gesungene Teil des zweiten Songs "Justitia". Doch was dann kommt ist zum Glück nur ein kurzer, dafür aber ein krasser Stilbruch.... denn im Refrain wird der Titel "Justita" so zart beseitet daher gehechelt, dass es einen echt vor Schreck und anschließenden Lachen die Tränen in die Augen jagt. Zwar findet der Song ganz schnell wieder zur alten Stärke, aber dieser wiederholte Fehlschlag ist echt der Brüller und mir stellt sich echt die Frage, warum dieser Fehltritt keinem vorher aufgefallen ist.

Auf die rauhe Rocknummer "Im Arsch" folgt der schnellere Song "Epigone", in dem die Stimme von Sänger Gerald durch ein Megaphon erschallt. Ein Song der auch hier wieder im Refrain wieder etwas abflacht, aber der - wie fast alle Songs - mit einem guten Sound daher kommt und bei dem auch wieder die Gitarrenparts herausstechen. Ein Song, auf dem man sich auch melodisch gut einlassen kann. Mißbrauch scheint ein Thema zu sein, mit dem sich die Band intensiver beschäftigt. Denn nicht nur bei "Justitia", sondern auch beim Song "Papa ist wieder hier" wird dies thematisiert. Kein schlechter Song und durch die gewählten Texte in Verbindung mit dem Gesang erscheint der Song sehr persönlich und anklagend. Ein Song der zum Nachdenken anregt...

Und auch beim Nachfolger wird mit der Welt abgerechnet. Und so wird auch bei "Tsunami" das Thema "Kindesmißhandlung, Kindesmißbrauch", aber auch Bildung und Umwelt zur Sprache. Und mittendrin ein geiles Gitarrensoli, das dem sozialkritischen Song eigentlich erst den richtigen Pfiff gibt. Ein Song der vom Inhalt eigentlich mit zuvielen Schlagwörtern daher kommt, inhaltlich nicht wirklich ausgereift ist. Denn was die Welt wirklich nicht braucht, sind sozialkritische Songs, die nicht mehr als Öberflächen-Parolen daherkommen. Also, schnell weiter.

Ich muss zugeben, dass mir auch bei den folgenden Songs "Worum es geht", "Nicht mit mir", "Wie früher" und "Schlafe wenn du tot bist"so einige Identifikationsmerkmale fehlen. Auch wenn "Nicht mit mir" gesanglich schon zu den aggressivsten Songs des Albums gehört, so kann mir der Song textlich nicht wirklich begeistern. Vielleicht, weil das Rad hier einfach nicht mehr neu erfunden werden kann. Und wenn dann so ein Song "Wie früher" daher kommt, der endlich mal den persönlichen Touch beinhaltet, den ich mir wünsche, dann handelt es sich um einen - im Vergleich zu den anderen Songs- um eine echte softie Version. Also, irgendwie musiziert die Band irgendwie an mir vorbei.

Fazit: Der druckvolle Sound und die tollen Gitarrenparts können leider nicht immer über Inhalt und gesangliche Umsetzung hinwegtäuschen. Dabei lässt sich mit den ersten beiden Kriterien und der rauhen Stimme mit Sicherheit noch mehr rausholen.




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