Neverland - Ophidia
von: Stefan Schulze
Die griechische Sängerin Iris Mavraki und die türkische Band Dreamtoned arbeiten unter dem Namen NEVERLAND zusammen. Ihren Stil beschreibt das Label AFM Records als Symphonic Progressive Metal... und das trifft es eigentlich. Denn die zu Beginn des Openers mystischen Sounds lassen auf eine Geschichte schließen, zu der der o.g. Stil doch wunderbar passen würde. Stimmlich geht ein düsterer Touch mit ein, der instrumental eng umschlungen durch die Songs geführt. Doch irgendwie kommen mir der 5.33 Minuten dauernder erste Song „This Voice Inside“ sehr lang vor. Vorzeichen oder Einbildung?
Etwas mehr „Fahrt“ bringt der zweite Song „Silence The Wolves“ alleine durch die schnellen Drums mit sich. Doch wieder klingt der Gesang eingebettet. In der Autowerbung würde man sagen „Fahren wie auf Schienen“! Und so kann man sich sicher sein, dass stimmlich nichts schief gehen kann! Gut so, denn die Gefahr, dass somit auch die Backgroundstimmen etwas überlastet klingen, wird somit von vorneherein fast gänzlich ausgeschlossen. Nach den ersten zehn Minuten, warten noch ganze neun Song und 43 Minuten Spielzeit. Eingeläutet werden diese durch den Titeltrack „Ophidia“. Sieht von den gut beginnenden Gitarrenparts zu Anfang ab, so überzeugt der Song der eher durch triste Langweile. Gesanglich leider etwas eintönig, die musikalische Umsetzung absolut berechenbar und das weibliche sowie männliche Geheule zur Hälfte des Songs einfach nur nichtssagend.
Danke „Will Of God“. Eine knapp dreiminütige Ballade mit wohltuend klingenden Sounds und einer schöne stimmliche Melodie. Klar… Symphonic und nicht und Progressive Metal! Gewaltiger geht’s da schon „Invisible War“ zu. Stimme verzerrt, das Böse ist eingekehrt. Metal, der (leider) durch „Kling, Ping“ Keyboard-Klänge unterbrochen wird. Zwar selten und gerade deshalb hätte man ganz auf diese Elemente verzichten sollen. Eine weitere Ballade hat die Band mit „Places Unknown“ auf ihr Album gepackt. Allerdings wieder ein Song, der mir gesanglich überhaupt nicht zusagt. Deshalb schnell weiter.
“No One Leaves The Hive“ und “Speak To Me” sind keine wirklichen Hits. Doch dafür kann mich “Ashes To Fall” wieder in den Bann ziehen. Warum? Weil hier wieder alles zu einander passt. Die instrumental ruhigen Parts mit einer ergreifenden und führenden Stimme, sowie der Einsatz der anderen Musiker und besonders der Gitarren- und Bassparts. Gleiches gilt für den powervollen Song „Final Odyssee“. Zwar wird durch den „flachen Gesang“ dem Song insgesamt auch viel Wind aus dem Wind aus dem Segel genommen, aber insgesamt, drücken die Drums die Song nach vorne und durch die Gitarre schiebt gleich mit. Hierdurch fällt der Gesang eher in eine ausgleichende Rolle und fügt sich gut in den Gesamtsound des Songs ein.
Mit „Into The Horizon“ hat die Band einen guten Abschluss für das sonst etwas durchwachsenen Album gefunden. Der instrumentale Song überzeugt mit schönen Klängen, u.a. mit einem Klavier, das zum Einsatz kommt. Trotz der Verpflichtung verschiedener Gastsänger wie Urban Breed Jon Oliva (Savatage, Jon Olivia’s Pain, Edu Falaschi (Angra) und Urban Breed (ex-Tad Morose, Bloodbound, Pyramaze) kann mich der Gesang von Hauptsänger Oganalp Canatan in seiner Gesamtheit einfach nicht überzeugen.
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