Einsturz - Konfrontation
von: Florian StoffelenFür TurnToRock.de zu schreiben hat mich wirklich sehr tolerant den verschiedensten Musikrichtungen gegenüber gemacht. Einfach weil man sich auch viel Quatsch anhören muss/ darf, aber es gibt Dinge mit denen man selbst bei mir sofort verschissen hat.
So auch Einsturz aus dem norddeutschen Kuhdorf Visbeck, die in ihrem Handout zum aktuellen Album “Konfrontation” tatsächlich nicht viel mehr schreiben als “Wir sehen in unserer Musik die Chance viele Leute mit unserer Meinung zu erreichen und nehmen sie daher sehr ernst”.
Na dann mal Glückwunsch an die Band für so viel Engagement. Als ich diesen Satz das erste mal hörte war mir klar das gibt Punkrock mit dem erhobenen Zeigefinger und genau das gab es auch zu meinem entsetzen zu hören. Auch wenn der Opener “Doch wo bin ich” noch ein wirklich nett anzuhörender Punkrock Song ist, so geht Song Nummer 2 “Wehende Fahnen” mal gar nicht. Da wird der Untergang der Punkszene mit einer Durchhalteparolenartigen Attitüde besungen, sodass der Song mir schon nach dem ersten hören auf die Nerven geht. “No future” hin oder her, aber man kann das ganze wirklich kreativer und nicht so platt besingen.
Weiter geht es mit “Lieber schreien”, ein wie könnte es auch anders sein staatskritischer Song, schon tausendmal viel besser gehört ...mehr muss man dazu wirklich nicht sagen. Für 11 Jahre Band Geschichte klingt der Song stark nach Schülerband 9te Klasse. Also absolut nix. Was man den Nordlichtern zu Gute halten muss, ist das das ganze sehr gut produziert ist, schön viel schmackes klingt da aus den Boxen, aber trotzdem für meinen Geschmack zu viel zu simple Deutschpunk-Prosa wie bei Songs “Wir müssen kämpfen” oder “Konfrontation”. Musikalisch gibt es doch die ein oder anderen Höhenflüge, aber textlich kommt da nicht viel rum.
Schade finde ich das Song Nummer 8 “Druck” eigentlich ein schöner Skapunk Song durch die synthetischen Bläser absolut kaputt gemacht wird. Klingt nicht nach Trompete sondern nach Keyboard und das klingt doof. So knüppelt man sich nach vorn vorbei an Songs wie “Wir wollen Kannen, keine Teller, keine Pfannen”, der von mir den Preis für den kreativsten Songtitel bekommt, oder “Rebell auf Lebenszeit”.
13 Songs ist das Album stark, die sicherlich in der Lage sind den ein oder anderen Deutschpunker zu begeistern. Ihn vom Hocker hauen wird das Album aber nicht. Im groben und ganzen ist das Album ganz nett zu hören. Einsturz klingt streckenweise ein wenig nach den Duisburger Dödelhaien, deswegen kommt da noch der ein oder andere Pluspunkt dazu. Wer ein Deutschpunkalbum sucht, der kann durchaus zu Einsturz’ “Konfrontation” greifen, ihm sei aber gesagt das es da durchaus besseres zu hören gibt. Nicht mehr als Mittelmaß.
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