Tinituz - Es Reicht
von: Stefan Schulze
Deutscher Metal? So kündigen Bernd Hartmann (Gesang, Bass), Michael Steingruber (Gitarre), Sebastian Fetz (Gitarre) und Schlagzeuger Jochen Fischer ihr bereits im Oktober 2009 veröffentlichtes Album "Es Reicht" an. Und dieses beginnt hart und schnell und scheint sich mit in den erste Sekunden musikalisch fast zu überschlagen. Als dann die ersten Gesangsparts und besonders der mit Hall-Effekten unterlegte Titel "Königin" ertönt, erscheint sofort das Wort "Böhse Onkelz" in meinem Kopf. Gerade bei dieser Eigenproduktion merkt der geneigte Hörerer schnell, dass die Band nicht erst seit gerade ihre Instrumente in den Händen hält. Denn bereits seit 2001 prügeln die Mittelfranken auf ihre "Werzkzeuge ein".
Die vier Jungs machen ständig Druck und neben dieser Power kann man sich dann auch beim Titelrack "Es Reicht" von gut gemachten deutschen Texten überzeugen lassen. Gesanglich zeigen die nächsten Songs allerdings auch, dass Sänger Bernd wenig Stimmvariationen auf Lager hat. Ob er diese nur nicht zur Geltung bringt oder die Stimmfarben einfach nicht da sein, weiß ich nicht. Fakt ist allerdings dass dies meinen guten Eindruck von dem Album keinen Abbruch tut. Und übrigens... die Band kann auch Balladen! "Bist deine Wege gegangen" ist mit knapp mehr als fünf Minuten Spielzeit der zweitlängste Song des Albums. Noch mehr Vergleich mit den Onkelz versuche ich tunlichst zu vermeiden, aber in diesem Fall kann man sich so einige "böhsen" Balladen raussuchen und dem von Tinituz gegenüberstellen. Man wird allerdings schnell feststellen, dass Tinituz mit den Balladen der Rockrentner hier nicht wirklich mithalten können. Es gibt einfach zu gute Songs dieser Richtung aus dem Lager der Onkelz.
Doch lassen Tinituz wieder die Türen knallen... "Ein Zimmer nur für dich" heißt es da im Song "Meine Pflicht" dessen düstere Stimmung einnehmend ist und zu meinen Topsongs des Albums gehört. Ein eingehender Song der seine Wirkung nicht verfehlt! Ebenso präsent zeigen sich die Songs "Feuer, Tod, Leben" und "Diese Augen", wobei letztgenannter mich textlich einfach noch mehr überzeugen kann, als sein Vorgänger. Warum... weil hier die Schlichtheit überzeugt. In wenige einfache Worte ist hier verpackt, welch Grausamkeiten der Krieg auch bei denen hinterlässt, die einfach dahingehen, wo "die Fahnen wehen". Klar, kann man einen instrumentalen Song auf das Album packen... hat die Band mit Track 8 auch getan... und klar findet man dort auch ein paar nette Gitarrenparts, aber insgesamt zieht sich das Stück mit mehr als sechs Mintuten Spielzeit ganz schön in die Länge. Also, beim nächsten Durchgang einfach überspringen und mit "Angst" nochmal einen typischen Tinituz Song zum Abschluss anhören...
Was bleibt ist ein kurzes Resümee: Gutes Album, gute Band. Die - wenn sie noch etwas eigenständiger Wird - gute Chancen sich weiter im Deutsch-Metal-Rock Genre zu etablieren. Die Band muss ihren Sound einfach noch mehr eigene Identität mitgeben... Stop jetzt... denn dieses Album sollte man wirklich nicht schlechtreden... kommen wir somit zu den harten Fakten: 7 von 10 Punkten
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