Nutcutters, The - Clyde
von: Jens Budzinski
Die Nutcutters sind schon schon seit 2002 unterwegs und "Clyde" ist der Nachfolger ihres 2005er Albums "Smashin' Stereo". Da ich den Vorgänger nicht kenn setze ich (wieder einmal) unvorbelastet die Kopfhörer auf.
"Klingt ziemlich amerikanisch..." ist das erste was mir in den Sinn kommt. Ist es aber nicht - ist nämlich aus der Schweiz. Die 3 Jungs aus Bern machen kein Hehl aus ihrer Vorliebe zu Bands wie Blink 182 und Co. So wird hier in bewährter Manier harte Gitarren und treibende Drums mit Weichspüler-Mitsing-Hooklines gepaart. Unterbrochen durch die typischen Tempiwechsel.
Ist ohne Frage ein solides Handwerk was die Jungs da abliefern. Allerdings fehlt mir ein bischen ein Alleinstellungsmerkmal. Ist ganz nett aber irgendwie auch zu gradlinig. Fast alle Songs sind nach ähnlichem Schema aufgebaut und so nach der Hälfte der Platte kommt bei mir so was wie Sättigung oder Langeweile auf. "Wonnabe Poser" der mal etwas mehr nach vorne geht und auch mal Shouts enthält gefällt mir am besten. Leider wird auch dort der Refrain wieder weichgespült, hat aber einen wesentlich besseren Kontrast der Parts als die anderen Songs.
Hm jetzt bin ich beim Fazit wieder ein bischen zwiegespalten. Auf der einen Seite machen die Jungs grundsoliden Pop Punk der sich vom Handwerk nicht hinter den amerikanischen Vorbildern verstecken braucht. Ich denke sogar das der ein oder andere Song Radiotauglich ist und das die Jungs auch einige Mädchenherzen erobern werden. Allerdings ist mir das Songwriting zu monoton für einen ganzen Longplayer. Das ist echt noch ein verbesserungswürdiger Punkt. Deshalb gebe ich jetzt erstmal noch steigerungsfähige 6 Punkte. Fans und Freunde des amerikanischen Pop Punks sollten aber definitiv mal reinhören.
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