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Nigel Lewis & The Zorchmen - Ain´t what I call Rock´n´Roll

von: Jens Budzinski
Wertung:
9 von 10 Punkten
Label:
Diablo Records
V.Ö. Datum:
03.04.2010

Artistinfos: Nigel Lewis And The Zorchmen
 Nigel Lewis And The ZorchmenProfil bei MySpace Nigel Lewis And The Zorchmen on LastFM

Ohne viel TamTam hat die Psychobillylegende Nigel Lewis eine neue Scheibe unters Volk gebracht. Am Rande des letzten Satanic Stomp gab es eine geringe Auflage bei den Ständen zu erwerben. Erst jetzt gibt es sie noch zusätzlich bei diversen Psychobilly Online Händlern.

Nigel Lewis ist Mitbegründer der Meteors und hat sein Schaffen nachher bei den Clapham South Escalators , den Escalators, den Tall Boys und der Johnson Family fortgesetzt. Unterstützt wird Nigel in seiner klassischen Triobesetzung von Doyley und Steve 'Ginger' Meadham. 

Die neue Scheibe bringt ein gute Mixtur aus den Schaffensperioden von Nigel Lewis. Das heißt im Klartext Garage, 60s Trash und Psychobilly, wobei aber der Hauptkontext ganz klar im Psychobillybereich liegt. Ich werde an einigen Stellen Vergleiche ziehen, damit ihr eine ungefähre Vorstellung bekommt. 

Eingeleitet wird die CD von dem Songs "654321..." und "Freight Train Grafitti" die man am ehesten an die Tall Boys Area anlehnen könnte, leider nicht so hypnotisch wie die Tall Boys und natürlich mit Kontrabaß gespielt. Direkt angenehm bemerkbar macht sich aber die moderne druckvolle Produktion.

Dann gehts aber ordentlich ab, schon bei den ersten Tönen von "Don´t fuck around with me" macht man eine Zeitreise, denn dieses Stück könnte auch von der "In Heaven" stammen. - Geil!
Der nächste Song "Down" ist wieder mehr ein MIx aus Garage und Rock'n'Roll. "English Vampire" ist eine Art Psychobilly/Garage Ballade, recht cool reicht aber nicht an die Klasse von "My Daddy is a Vampire" ran. Bei "I know something" rockt es wieder fettestens in Old School Psychobilly Manier los.
"Blank Generation" hat mit seinem Lauf/Riff, der auch schon für so Lieder wie Stray Cat Strutt, 16 Tons und vielen anderen benutzt wurde, auch ein ähnlich schleppendes aber cooles Feeling, dabei aber noch mit einem Schuß 60s und Garage als Würze. Hat von der Dichte leicht etwas von den Escalators Sachen.

Schleppend bleibt es auch bei "I´m on my Way" bei dem mir der "Vibrating" Gitarrenpart in der Mitte am besten gefällt. "Knock it all down" fängt Matchbox mäßig an und ist auch ansonsten sehr Rockabilly orientiert, die Gitarrensolos klingen sehr stark nach alte Zeiten ...sehr geil - meiner Meinung mit das Beste Stück der Scheibe.
"Mad as Hell" hat einen schleppenden Strophenpart wobei der Text in Doubletime gesungen wird um dann in Bridge und Refrain wieder auf ein Timing zursammenzufließen. MIt dem Titelstück "Ain´t what I call Rock'n'Roll" sind wir wieder bei dem what I call Rock'n'Roll :-)
Beendet wird die CD mit dem coolen Instrumental "Zorch X14" das mir sehr gut gefällt.

Fazit: Bei dem Vorgänger "Ladies & Gentlemen..." gefielen mir zwar die Songs, doch leider vernichtete die Produktion vieles vom Eindruck dieser. Bei "Ain´t what I call Rock´n´Roll" ist die Produktion, die übrigens von Doyle in seinem Diablo Studios gemacht wurde, um vielfaches besser. Die Stücke sind zwar ein bißchen glatter als beim Vorgänger, gehen dafür aber noch mehr zum Ursprung zurück. Die Old School Psychobilly Stücke gefallen mir auf diesem Silberling definitiv am besten, das macht Hunger auf mehr.
Mit den Zorchmen hat er auf jeden Fall gute MItspieler gefunden und ich denke da geht noch was. Nigels Stimme ist auch nach all den Jahren keine Singstimme, aber das muß Sie auch nicht. Noch immer liegt er tonal manchmal daneben, aber trotzdem ist seine Stimme unverwechselbar und strahlt diese gewisse Coolness aus, die Sie ausmacht.

Schade das die CD von der Aufmachung ein wenig billig ist und vertriebsmäßig nicht so gefördert sein wird wie es dieser Scheibe gebührt. Ich denke da bringt man sich um einige Verkäufe, auch wenn der Inhalt stimmt.
Trotzdem schön das Nigel wieder da ist und ich komm nicht umhin mich zu fragen, wenn man diese Platte so hört, wie es wohl klingen würde wenn Fenech und Lewis mal wieder was zusammen machen würden. Das wäre was, egal unter welchen Namen. Zwar ist das wohl leider genauso fern wie meine andere Hoffnung, zu meinen Lebzeiten Rot-Weiss Essen noch mal in der ersten Liga zu sehen, aber in beiden Fällen gebe ich die Hoffnung nicht auf. :-)

Noch nie habe ich so lange an einer Plattenkritik gesessen, aber irgendwie hats mich gepackt und ich hab die alten Scheiben wieder rausgekramt und aufgeleget. Alle die auf den Psycho Sound der 80er stehen: sofort kaufen!
Ich gebe 9 Punkte da ich da noch Luft nach oben sehe für das nächste Album oder falls der unmögliche Fall eintritt, denn ich mir oben erhofft habe :-)

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