Archiv nach Interpret

Ion Dissonance - Cursed

von: Stefan Schulze
Wertung:
9 von 10 Punkten
Label:
Basick Records
V.Ö. Datum:
23.08.2010
12 Tracks
Artistinfos: Ion Dissonance
 Ion DissonanceProfil bei MySpace Ion Dissonance on LastFM


Brachial Gewitter ziehen durch das Land... oder sagen wir hier besser die Lautsprecher. Im Player liegt nämlich das neue Album der aus Kanada stammenden Metal- / Mathcore Band ION DISSONANCE. Gleich zu Beginn sei gesagt, dass die Songs alle Plagen Gottes beinhalten. Denn es herrscht das wahre Chaos. Das technisch extrem starke Album scheint auf den ersten Höreindruck vollkommmen überladen und man meint die Band hat selbst schon keinen Überblick, welche musikalischen Parts sie da übereinander gestülpt hat. Hämmernde Drums, knallharte Gitarren-Riffs, überstrapazierte Bass-Seiten und immer wieder ein Vocals, die verzweifelt eine Lücke suchen.

Kann man es "Gewöhnung" nennen, eher nicht... aber irgendwie scheint man in die Songs reinzuwachsen und was zu Beginn unkontrolliert und überladen schien, kommt einer spielerischen Perfektion nahe, die seinesgleichen sucht. Es ist gar nicht die musikalische Begeisterung die bei mir hervorgerufen wird, sondern eher die technischen Finessen und das Knobeln, wie wohl ein Songwriting Prozess aussieht, um dieses instrumentale "Chaos" dann doch noch unter einen Hut zu bringen. Es ist ein wenig wie die Vorstellung als würde man auf einem Highway mit Ampeln fahren, die alle paar Hundert Meter - oder in diesem Fall Sekunden - ein Stop & Go provozieren. Automatik Getriebe? Ne, die Gute Fünf-Gang Schaltung, die immer nur die ersten zwei Gänge nutzt, aber auch nur für wenige Meter auf voller Drehzahl hochgezogen wird.

Puh, für das Album "Cursed" braucht man Ausdauer. Schließlich warten knapp 50 Minuten Spielzeit darauf, durch die Gehörgänge geschossen zu werden. Da kann es schon einmal zu
Reizungen des Gleichgewichtsorgan kommen. Den Kopfhörer abnehmen bedeutet in diesem Fall pure Entspannung... aber ganz ehrlich, es ist die Sucht nach dem Adrenalin Kick die mich zwingt dieses Album nochmal und nochmal in Angriff zu nehmen. Und ich verspreche... selbst der vierte Durchgang verspricht Überraschungen, denn immer wieder scheinen neue Breaks, die die Hörweise des ein und demselben Tracks immer wieder verändern.




<< Zurück