C.W. Stoneking - Jungle Blues
von: Jens Budzinski
Abgefahren geil….das kommt mir in den Sinn, als die Tuba und das Standtom beim Opener "Jungle Blues" von C.W. Stoneking einsetzen.
Der Stil irgendwo zwischen Blues und Jazz zeitlich so grob zwischen den 20-30ern. Schön das trotz des Vintage Stils die Aufnahme nicht ebenso klingt sondern die Bläser sehr klar gemischt sind. Dadurch kommt das Feeling auf in einer verrauchten Bar in New Orleans einer Live Band zu lauschen, ja sogar irgendwie mitten in ihr (der Band) drin zu stehen. In "Talkin 'Lion Blues" erklingt das typische amerikanische jodeln, dass man aus den Hillbilly/ Country Aufnahmen alter Tage wie z.B. Hank Williams kennt. Hat er drauf, muß man sagen. Mit "Jungle Lullaby" folgte eine recht relaxte Ballade und spätestens bei der Coverversion von Wilmoth Houdini's "Brave Son of America" wundert man sich dann doch über die krasse Stimme von C.W. , die irgendwie so klingt als wär der Mann Mitte 80, leicht angetrunken und nur noch mit wenigen Zähnen ausgestattet. Dabei ist er doch ein relativ junger Hüpfer. Auch beim nächsten Lied "Jailhouse Blues", daß außer diesem Gesang nur noch mit Gitarre besetzt ist, enthärtet sich dieser Verdacht nicht. Bei "Housebound Blues" übernimmt eine weibliche Stimme die Vocals, die so viel Angry-Blues-Attitude in der Stimme hat das es wie die Faust aufs Auge passt. "I Heard the Marchin of The Drum" ist zwar schleppend aber die Stimmung des Songs geht einem so tief in die Knochen, wie man es Beispielsweise von den letzten Alben von Johnny Cash kennt. "The Love Me Or Die" hat mit seinem Mambo Touch schönen Feuer im Arsch obwohl es meiner Meinung noch n Touch mehr Tempo vertragen könnte. Mit "Early In the Morning" wird nochmals schleppend abgebluest bis dann zum Schluss mit "The Geratest Liar" eine Nummer gebracht wird, die irgendwie eher wie eine Filmuntermalung klingt, da eigentlich eine Geschichte vor Publikum erzählt wird, die von einem Klavier begleitet wird.
Ich kenne nur wenige Künstler , die heutzutage so authentisch einen Stil wieder aufleben lassen ohne ihn zu kopieren, wie C.W. Stoneking. Musikalisch äußerst brilliant und für Musikliebhaber ein echter Leckerbissen. Doch ich gehe davon aus, daß die breite Masse damit nichts anfangen kann. Mir persönlich fehlen noch ein paar Abgehnummern, damit mal ab und zu mehr Tempo und somit auch mehr Abwechslung aufkommt.
Unentschlossene können ja auf der Website oder Myspace Seite bei C.W. reinhören, ich vergeb erstmal 8 Punkte.
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