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Helloween - 7 Sinners

von: Stefan Schulze
Wertung:
9 von 10 Punkten
Label:
Dragnet Columbia (Sony BMG)
V.Ö. Datum:
29.10.2010
13 Tracks
Artistinfos: Helloween
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Die Erfinder des German Melodic Speed Metal melden sich zurück. Am kommenden Freitag (29.10.2010) erscheint das neue und damit bereits 13. Studioalbum von HELLOWEEN und das weist einige Besonderheiten auf. Für die Aufnahmen hatte man sich von April bis August diesen Jahres in die "Mi Sueno" Studios auf Teneriffa zurückzogen und einigen "Schabernack" ausgeheckt. So wurden die Arbeitsgeräte des Quintetts nicht etwa auf den Standard Kammerton 440 (der gemeinsame Ton, auf den die Instrumente einer Musikgruppe eingestimmt werden) eingestimmt, sondern widersprüchlicherweise im ruhigeren Kammerton 432. Ziel der Band, des Produzenten Charlie Bauerfeind und den Toningeneuren war es,  die Unruhe des Speed Metal dadurch auszugleichen. Es scheint funktioniert haben. Zumindest kann ich keine Unruhe feststellen.... oder sollte es daran liegen , dass ich wie die meisten durchschnittlichen Hörer, nich eher auf die normalen heraushörbaren Parts konzentrieren kann, ohne ausgeprägtes musikalisches Gehör!?

Bei der Produktion war es der Band wichtig, bei der Auswahl der Songs auch auf ein Live-Gefühl zu achten. Der Effekt ist der Band mit den Songs eindeutig beim Opener "Where The Sinners Go" oder dem treibenden "Are You Metal?" gelungen. Übringens, letztgenannter ist ein Track, der ein gutes Beispiel für den höhreren Härtegrad des Albums sowie die Hymnencharakter einiger Songs ist. Gewöhnungsbedürftig finde ich allerdings den Beginn des Refrains. Nichtsdestotroz kündigen Textzeilen wie "I love it loud, let's push it higher" einen richtig geilen Song an und textlich scheint der Song eine nachdrückliche Hinterfragung des Songs "Heavy Metal (Is The Law) vom 2003 erschienen Album "Wall Of Jericho" zu sein.

Und plötzlich: Die Melodie von "Perfect Gentleman (vom Album "Master Of The Rings" / 1994) ist zu hören. Dabei handelt es sich hier um den Song "Who Is Mr. Madman". Einer der Nummern bei dem sich Drummer Daniel „Dani“ Loeble so richtig verausgabt haben muss. Die Sticks fliegen in rasender Geschwindigkeit auf Felle und Becken und sind die treibende Kraft des ganzen Songs. Aber nicht jeder Song auf dem neuen Album findet bei mir sofort seinen Platz. "Raise Of Noise" fehlt bis zu einem bestimmten Zeitpunkt das gewisse etwas. Er erscheint mir Anfangs einfach nicht  zugänglich... ja bis kurz nach der Halbzeit ein Blasinstrument (Querflöte?) die starken Gitarrenparts ablöst. Genau das sind die Details, die mir schon immer bei HELLOWEEN gefallen haben. So war es auch schon bei den Gameboy Sounds auf "Master Of The Rings".

Nicht der beste, aber dafür wie ein Brandmal, präsentiert sich schon beim ersten Gehör*durch*gang der Song "World Of Fantasy". Ein Kraftprotz ist der Song wahrlich nicht, aber dafür mit einer leichtgängigen und dazu noch eindrucksvollen Melodie. Fans der härteren Gangart dürfen sich dann auf "Long Live The King" freuen! Und genau zu diesen zähle auch ich mich. Speed Metal ala HELLOWEEN wie man lebt und liebt. Irgendwie scheint es zeitweise, als würden mitteltarliche Einflüsse auf den Gesang von Andi Deris einwirken. Mit "The Smile Of The Sun" hat die Band eine Ballade mit einfließen lassen. Für mich nicht ganz mehr als eine gelegene Pause, bevor es mit "You Stupid Mankind" - auch textlich sozialkritisch" - voll zur Sache geht. Allerdings ist dies auch ein Song, der sich nicht beim ersten Hören so einfach ins Schema einordnen lässt. Damit meine ich eigentlich, dass dieser sich mir erst nach mehrmaligen Hören erst wirklich erschlossen hat.

Neben den klassischen HELLOWEEN Tracks "If A Mountain Could Talk", "My Sacrifice" und dem Heavy Rock Song "The Sage, The Fool, The Sinner", befindet sich mit "Not Yet Today" ein Intro zum darauffolgenden und letzten Song "Far In The Future", in der Sänger Andi die Zeit beschreibt, in der er sich ganz besonders mit dem Thema "Aschied" auseinandersetzen musste. Zu diesem Zeitpunkt lag ein guter Freund des Sängers im Koma.

HELLOWEEN's 13. Album ist stark und Fans der Band, werden nach den beständig guten Alben der vergangenen Zeiten nicht enttäuscht. Wer beim Probehören im Laden oder im Stream reinhört wird schnell die Tracks entdecken, an denen mal sofort kleben bleibt. Doch gönnt auch den wenigen Songs eine zweite und dritte Runde durch eure Gehörgänge und ihr werdet feststellen, dass die Hörwahrnehmnung sich verändern wird... und so entsteht nach und nach ein verdammt - und vor allem durchgängig - saugutes Album.

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