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thisONELess - To Give Everything

von: Stefan Schulze
Wertung:
7 von 10 Punkten
Label:
Eigenproduktion
V.Ö. Datum:
01.01.2010
12 Tracks
Artistinfos: thisONEless
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12 Tracks inklusive Intro und Outro haben thisONEless auf ihr Album "To Give Everything…", dass im Briefkasten zwischen den anderen Promos herausstach. In schwarzer Pappe gehüllt und mit einer kurzen Bandbewerbung, um ins Magazin aufgenommen geworden. Kurz und knapp und ohne Eigenlobhymnen, stellt sich eine Band vor, die nach einer Demo 2003 und dem 2006 erschienen Album !Evil In Memories! jetzt ihr zweites Full Length Album veröffentlicht hat. Energiegeladener Alternative Metal, so die Band… also, Ohren aufhalten und reingehört.

Eine recht passende Umschreibung des Stils, doch wird spätestens im letzten Drittel des Songs "Blackening" klar, dass die Band klare Crossover Tendenzen zeigt. Ein wenig Rock, noch mehr Screamo und eine hier eine recht unbedeutende Stimmfarbe des Frontman. Doch der Sound gefällt und vielleicht hat die Band mal die Chance ihren Sound in die Hände eines erfahrenen Produzenten zu legen, der noch etwas mehr rausholen kann. Erstmals aufmerksam werde ich so richtig beim "Titeltrack" – der hier aber in Wirklichkeit "To Give Everything Means To Get Nothing" heißt – denn hier gefällt mir nicht nur die düstere Stimmung, sondern auch wodurch sie hervorgerufen wird. Zwar wird der Gesang durch Shouts unterbrochen, aber dieser Durchbruch ist gleichzeitig der Durchbruch bei mir. Es braucht immer den auslösenden Song, um sich auf ein Album einzulassen. Und das gelingt der Band mit dem Song bei mir persönlich wirklich gut.

Mit "Invited To Leave" dann ein weitere der Track… mit gefühlvollen Gitarrensound, der dann durch langsam aber stetig an Fahrt gewinnt. Shouts, mit denen man die ganze Wut raus lassen kann, ein traurig klingender und gefühlvoller Gesang. Ein Song der trotz Gefühlswirrwarr eine Geradlinigkeit besitz, an der man sich entlang hangeln kann. Top Song… warum diesen Track nicht mal an die Radiostationen dieser Welt schicken. Vielleicht sieht’s ein Programmmacher ja genauso wie ich. Energiegelanden muss nicht immer… denn mit "Standing On The Sidelines“" hat die Band eine emotionale Ballade auf’s Album gepackt. Eine Ballade, die nach der Hälfte des Songs zwar noch einen rockigeren Touch erfährt, sich aber von den übrigen Songs absetzt.

Erst bei "The Mimic Man" kommen die erstmals wieder die Kritik am Gesang des Sängers auf. Falls er für die Shouts in diesem Song verantwortlich ist (und nicht im Background die anderen Musiker), sollte er diese noch öfter einsetzten, denn diese und auch der rockigere Gesang stehen ihm weit aus besser als kraftlose Gedusel zwischendurch. Was mir gefällt ist der Einsatz des Stereoeffekts, den die Band dann einige Sekunden ausnutzt und die Gitarren jeweils abwechselnd im Kopfhörer erklingen. Einen stilistischen Schwenker gibt es dann bei "Bruised"! Ein ca. 1 ½ minütiger Instrumentalsong, bei dem neben rhythmischen Trommeln auch ein Didgeridoo zum Einsatz kommt. Eine angenehme Pause für den Hörer, um sich entspannt auf die letzten zwei Songs einzulassen. Und "Dolores" und "The Battle" bilden einen hörenswerten Abschluss. Ersterer besticht durch den guten Einsatz der Background Vocals bzw. dem parallelen Gesang und "The Battle" bietet dann nochmal drei Minuten eine stetige Steigerung, bis anschließend der energiegeladene Alternative Metal ausbricht.

Der Mix aus melancholischen und harten Parts ist ausschlaggebend für guten Eindruck, dass das Album auf mich macht. Hinzu kommen die handwerklichen Fähigkeiten der Musiker. Auch oder gerade im Bewusstsein, dass es sich um eine Eigenproduktion handelt, müssen zwar kleine Abstriche gemacht werden, aber dennoch hinterlässt das Album einen guten Gesamteindruck. Kein Werk was sofort nach Schreiben dieser Kritik im Plattenschrank landet, sondern aus Lust und Laune den Weg auf den mobilen Musikbegleiter findet.




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