Jesus On Extasy - No Gods
von: Tim Rauße
Jesus On Extasy... eine Band, die gerade im Begriff ist aufzusteigen - und schon während dieses Aufstiegs ranken sich Gerüchte um einen möglichen Bruch der Gemeinschaft, nur um kurz danach durch ein spontanes Proberaumkonzert für den wachsenden Fankreis ausgeräumt zu werden. Hier also das 2010er-Album der Kapelle. Ob sie wohl auch einen Classic-Rocker überzeugen können?
Revenge. Der Opener lädt erst mal mit einem epischen, elektronischen Intro ein, bevor stampfende Gitarren den eigentlichen Song einleiten. Das Ganze bewegt sich um einen Akkord, Dynamik kommt durch den Gesang mit rein, der von - nicht gerade intonationsstarkem - Sprechgesang ins Brüllen wechselt und wieder zurück. Mit knapp 5 ? Minuten nicht gerade radiotauglich, aber das will man wohl auch gar nicht sein.
No Gods ist zugleich der Titel der Scheibe als auch des zweiten Songs. Sehr viel melodiöser eingeleitet und insgesamt kommerzieller, sogar mit einer echten Gesangsmelodie über dem Ref. Schöne Nummer.
Beauty in Your Eyes heißt die dritte Nummer. Je länger man die Scheibe hört, desto mehr nähert man sich dem Stil an. Die Drums sind bewusst monoton gehalten, angenehmer Song, auch wenn nichts hängen bleibt.
Riot - mit 4:28 Minuten die vierte Nummer fängt wieder mal mit synthetischen Klängen an und ballert dann gewaltig. Was für die pogende Fraktion.
Nr. 5 - Embrace The World - Sorry. Aber ein nicht schlechter Song leidet hier unter dem schwachen Gesang.
06 - Transitoriness beginnt mit einem Loop und mal wieder einem pianomäßigen Intro, dann ballert es wieder. Völlig überraschend dann cleane Gitarren in der Strophe, eingängiger Ref. Dann ist kurz das Keyboard auf Extasy - der Song könnte ruhig um zwei Minuten gekürzt werden
08 - Movie Star. Schöne drums, nachdem erst mal mit recht nervigen Loops eingeleitet wurde. Hierauf kommt man auch immer wieder zurück. Und der nicht wirklich gekonnte Gesang wird zum Stilmittel. Interessant allemal.
09 - Shelter Me. Im Intro wird Spannung aufgebaut, dann eine gute, unheilschwangere Strophe, genau richtig für die dunkle Seite der Macht, zweifelsohne eine richtig geile Nummer.
Mit Tonight endet die Scheibe. Der etwas kaputte Gesang liegt hier gut über einer zurückhaltend gespielten Gitarre. Der Drummer hat erst mal Pause, während sich die Nummer aufbaut und die elektronischen Streicher einsetzen. Nettes Stück zum Abschluss.
Insgesamt hinterlässt die Platte einen ambivalenten Eindruck. Der Gesang mag in der Szene in sein, mich haut er nicht um. Ansonsten schöne Ideen, die leider nicht bei allen Songs umgesetzt wurden. Macht 6 von 10 Sternen.
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