Puta Madre Brothers - Queso Y Cojones
von: Henning Moser
“Queso Y Cojones”, oder zu gut Deutsch auch “Käse und Eier”, so lautet der Titel des Debütalbums der drei “Puta Madre Brothers” aus Australien.
Bevor man dieses Album zu Ohren bekommt, werden sich wohl die meisten fragen, was es mit diesen Musikern und diesem Albumtitel wohl auf sich hat.
Der erste und instrumentale Song des Albums, “Putananny Twist”, klingt sehr stark nach 60er Rock n Roll und weist eine sehr eingängige Melodie auf, die sich durch den ganzen Song zieht. Danach folgt “One Legged Horse” und schon der Titel dieses wiederum größtenteils instrumentalen, aber schnelleren Tracks, der etwas noisiger klingt als der Vorgängersong, dürfte für einige Lacher sorgen. Sehr gut klingt in diesem Track die E-Gitarre im Vordergrund und die Akustikgitarre im Hintergrund.
Spätestens das dritte Lied des Albums “Grandes Pelotes” klingt nicht zuletzt durch den spanischsprachigen Gesang und den gesamten Sound richtig mexikanisch und man könnte durchaus dazu neigen, sich wie in Mexiko zu fühlen. Auch die beiden folgenden Tracks sind, bis auf ein paar eingespielte Stimmsequenzen instrumental gestaltet und führen das Album sehr passend fort.
Ein ganz klares Highlight auf “Queso Y Cojones” stellt für mich der sechste Song “Tales Of A Deadman” dar, der vom Sound her auch perfekt zu diversen Tarantino-Filmen oder Filmen von Robert Rodriguez passen würde. Der eher düstere und zum Titel passende Sound tut sein Übriges dazu. Der Song ist zudem durch seine tolle, eingängige Melodie sehr einprägsam für den Hörer. Der folgende Track “A Lady Named Louigi” ist mit 01:03 sehr kurz und der Gesang hört sich an, als käme er aus einem in die Jahre gekommenen Plattenspieler, was sehr gut ins Albumganze passt. Track Nr. 8 mit dem Namen “Soy Una Fruta” (“Ich bin eine Frucht”) könnte durchaus als ein mexikanisch-folkloristischer Partysong bezeichnet werden. Die sich anschließenden Lieder “Grandes Panelones” und “Malaguena” sind wiederum etwas schneller und bringen Leidenschaft und frischen Wind in das Album. “Long Way To Mexicotown” ist ein weiterer kurzer Song im Plattenspielersound, der sich äußerst gut als Übergang zu den drei letzten Tracks des Albums eignet.
Das drittletzte Lied des Albums “Dance Dance Dance” weist einen coolen Basssound, sowie einen tollen E-Gitarrensound auf und würde sich bestimmt klasse als Teil des einen oder anderen Filmsoundtracks eignen. Der folgende dreizehnte und außerdem Titelsong des Albums stellt für mich das zweite ganz klare Highlight dar. Ein flotter Song, in dem E-Gitarre, Akustikgitarre und Bass besonders toll zur Geltung kommen. Zudem verfügt dieses Lied über absolutes Ohrwurmpotenzial. Lustig ist darüber hinaus der Gruppengesang, in dem Frauen- und Männerstimmen kombiniert werden. Dieser Track eignet sich mit ziemlicher Sicherheit als Partybegleitung oder auch als Begleitung zu dem Einen oder Anderen Trinkgelage. Der letzte Track “Miss My Mammas Cooking” ist passend zu seinem Titel eher melancholisch gestaltet und klingt nach Heimweh. Somit wurde für “Queso Y Cojones” auch ein passendes Albumende gefunden.
Im Gesamten lässt sich sagen, dass diese Platte vor Einfallsreichtum und weitreichenden Einflüssen nur so strotzt und somit mal einen ganz anderen Hörgenuss darstellt. Für jeden Freund der alternativen Musik, der es schafft die eine oder andere musikalische Scheuklappe abzulegen, hält dieses Album bestimmt so einigen Spaß bereit, da man sich während des gesamten Albums wie auf einer Reise durch verschiedenste Gegenden von Mexiko fühlt, aus denen jeweils musikalische Einflüsse aufgenommen werden, um daraus ein Albumganzes zu formen.
Also: Scheuklappen abgelegt und einfach einmal eine äußerst günstige musikalische Reise durch Mexiko genießen. Diejenigen, denen besagte Reise dann besonders gut gefallen hat, haben die Möglichkeit die “Puta Madre Brothers” auf ihrer Ende Februar/März stattfindenden Europatour, die auch durch die Niederlande und Deutschland führt, live zu erleben und vielleicht nachvollziehen zu können, warum diese drei Mexicoliebhaber in ihrer Heimat Australien so beliebt sind.
Tourdaten: Puta Madre Brothers
<< Zurück





