Scheepers - Scheepers
von: Kai Paetsch
Der Herr Scheepers blickt nun schon auf eine lange Karriere in der deutschen Musikwelt zurück. Auf insgesamt 14 Veröffentlichungen kann er bislang mit den Bands Tyran‘ Pace, Gamma Ray und Primal Fear zurückblicken. Darüberhinaus hat er auch einige Gastspiele bei Bands wie Ayreon, Scanner, Therion und Shadow Gallery vorzuweisen. Als Sänger in Sachen Power Metal hat er sich seit 1983 absolut einen Namen gemacht. Kein Wunder, dass er sowohl bei Helloween als auch bei Judas Priest als Sänger im Gespräch war.
Seit 1998 ist er eigentlich konstant mit seiner Band Primal Fear beschäftigt. Und beim Schreiben der Songs für Primal Fear fielen immer ein paar Ideen raus, die mit der Band nicht verwirklicht werden wollten oder konnten. Und genau diese Songideen hat Ralf Scheepers jetzt auf seinem ersten Soloalbum veröffentlicht. Nahezu 3 Jahre dauerten die Arbeiten daran und wenn man auf die Liste der Namen mit den beteiligten Musikern schaut, ist das auch kein Wunder. Denn einige haben sicherlich einen prall gefüllten Terminkalender.
Mit dabei sind u.a. Tim Owens, der „Remission Of Sin“ seine Stimme leiht; als Aushilfskräfte an den Äxten hat er Kai Hansen, Victor Smolski und Mat Sinner (auch Keyboards)und Snowy Shaw für die Drums gewinnen können. Alle kommen aus dem gleichen Genre und so kann eigentlich nicht viel schief gehen. Stilistisch bewegt man sich in gewohntem Rahmen. Aber Langeweile will nicht aufkommen. Ganz im Gegenteil. Das Album ist sehr vielseitig und Abwechslungsreich ausgefallen.
Von mächtig aufs Gaspedal tretenden Songs wie „Play With The Fire“ über Mitsingkompatiblen Stadionhits wie „Saints Of The Rock“ bis zu eingängigen Balladen der Marke „The Pain Of The Accused“ (mit starkem Helden-Anteil) ist alles vertreten.
Einziger Wermutstropfen ist vielleicht das leicht an den Irish-Folk angelehnte „Compassion“ welches wahrscheinlich nicht ohne Grund als letzter Track auf der Scheibe ist. Und bei der Judas Priest Coverversion „Before The Dawn“ kann Ralf Scheepers zwar seine Stimme präsentieren, sonst ist es aber nichts herausragendes.
Fazit: Fans von Primal Fear und allgemein Anhänger des Power Metal der Marke Helloween, Gamma Ray etc. können bedenkenlos zugreifen. Manchem anderen Fan könnte aber der sehr individuelle Gesang des Herrn Scheepers mitunter zu anstrengend sein. Ich finde die Solo-Premiere durchaus gelungen und der Rundling wird bestimmt noch das eine oder andere Mal in meinem Player rotieren.
Und um einmal Ralf Scheepers himself zu zitieren: „Ich bin sehr Stolz auf das Ergebnis!“. Das kann er auch sein. Punkt.
Meine Anspieltips: Cyberfreak, Play With The Fire
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