Adept - Death Dealers
von: Nikola Nekic
Mit „Death Dealers“ erscheint diese Tage das zweite Album der Senkrechtstarter aus Schweden. Nach diversen EPs und dem Vorgänger „Another Year Of Disaster“ stellt sich die Band mit ihrem neuen Release auf Victory Records einer durchaus großen Erwartungshaltung. Adept haben sich innerhalb der unüberschaubar großen Deathcore-Szene mittlerweile einen mehr als respektablen Ruf erspielt. So war die Band kürzlich beispielsweise mit A Day To Remember auf Tour.
Rein technisch gesehen machen Adept auf „Death Dealers“ gar nicht so viel anders als viele ihrer Genrekollegen, dabei jedoch alles richtig. Die Doublebass läuft, die Gitarren prügeln meterdick auf einen ein, dazu gibt’s absolut infernalische Vocals. Trotzdem klingt hier alles irgendwie frischer, ehrlicher, wütender. Als ich die CD das erste Mal eingelegt habe, wollte ich Adept eigentlich gar nicht gut finden,…Übersättigung hatte sich eingestellt, mal wieder eine Band mit einem langhaarigen, volltättowierten Frontmann und Drop Dead-Shirts auf den Pressefotos…puh..braucht man das? JA! Man (also ich) brauche das!
Das Songwriting ist wirklich erstklassig. Natürlich kommt einem das ein oder andere Riff durchaus bekannt vor (Hallo Parkway Drive, grüß dich Bring Me The Horizon), das ist jedoch ein Vorwurf den man einem ganzen Genre machen kann, weswegen er hier zu vernachlässigen ist. Die Songs bleiben hier absolut im Ohr hängen. Songs wie „This Could Be You“ oder auch die aktuelle Single „The Ivory Tower“ lassen einen schon nach dem ersten Hören nicht mehr los. Man erwischt sich selber dabei, wie man die Melodien vor sich hinsummt. Die Breakdowns sind absolut mächtig und tight gespielt und zu meiner Freude auch wirklich als solche zu bezeichnen: Denn hier stürzt meist nur das ein, was vorher kompositorisch wirklich ansehnlich aufgebaut wurde.
Was Adept zudem gut steht, ist dass sie sich nicht zu ernst nehmen: Wenn in einem ach so ernsten Musikbereich im ersten Song ein Nelly-Sample ertönt und der Frontmann fordert, dass doch bitte „the guitars on fire“ gesetzt werden, dann ringt einem das schon ein Lächeln ab. Die cleanen Gesangsparts gefallen mir ebenfalls sehr: Hier wird nicht das typische Schema (Gebrüll in den Strophen, Gesang im Refrain) bemüht, sondern wirklich schön gesungen. Zudem ist die Band live wirklich eine Macht: Was aus dem körperlich wirklich winzigen Robert Ljung an Stimmvolumen rauskommt ist wirklich ein Erlebnis
Für mich ist „Death Dealers“ das Album, das die Deathcore-Kids, die von der neuen Bring Me The Horzion Platte enttäuscht sind, wirklich trösten wird. Man merkt Adept an, dass sie sich von ihren musikalischen Vorbildern haben inspirieren lassen. Jedoch muss man ganz ehrlich zugeben, dass die Band mittlerweile einiges besser macht als ihre großen Brüder aus England. Die große Entwicklung wird man hier nicht finden, wer sie hier sucht, ist es allerdings auch selber schuld. Für mich ist „Death Dealers“ jetzt schon eine der Entdeckungen des Jahres. Und mit einem CD-Cover mit weniger Lila und Männchen mit Elefantenpenis-Nasen hätte es auch für 10 Punkte gereicht;)
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