Defeater - Empty Days & Sleepless Nights
von: Henning Moser
Nach dem fulminanten ersten Longplayer "Travels" (2008) und dem kürzeren, aber nicht minder großartigen "Lost Ground" (2009) liefern Defeater aus Massachussets nun ihren zweiten Longplayer "Empty Days & Sleepless Nights" ab.
Bei allen drei Alben handelt es sich genau genommen um Konzeptalben, "Travels" handelt grob gesagt von einer amerikanischen Familie, die in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg aufwächst und in den Songs werden die unterschiedlichen Charaktere dieser Familie thematisiert, auf "Lost Ground" wird die Situation des Obdachlosen, der in dem Song "Prophet In Plain Clothes" auf "Travels" bereits Erwähnung findet, genauer beleuchtet. Auch auf "Empty Days & Sleepless Nights" wird die Geschichte der beiden Vorgänger weitererzählt.
Bis jetzt fiel es mir noch nie so schwer, die Gefühle, die ich beim Hören eines Albums habe auch nur annähernd in Worte zu fassen, denn auf "Empty Days & Sleepless Nights" ist einfach jeder Song eine völlige Bereicherung für die Ohren und für die Seele.
Auf diesem Album werden in jedem einzelnen Stück so unglaublich viele Gefühle verarbeitet und jeder Song besitzt eine solche emotionale Intensität, dass einem beim Hören ehrlich gesagt alles, was um einen herum passiert egal wird, denn zumindest ich war während der gesamten Speildauer bereits beim ersten Hören völlig gefesselt von den Soundwänden und der Wut, die in den härteren Liedern im Vordergrund stehen und den tiefgreifenden Emotionen, die einen während der ruhigeren Songs in ihren Bann ziehen.
"Empty Days & Sleepless Nights" bietet einfach wirklich alles, was auf einem Hardcorealbum nur geboten werden kann und darüber hinaus noch so viel mehr.
Die Songstrukturen sind unglaublich innovativ, die Intensität der Stimme des Fronters Derek, sowohl in den geshouteten Songs, als auch in den wunderbar gesungenen ruhigeren bzw. Akustiksongs, sowie die Intensität der Melodien ist nahezu unbeschreiblich. Es werden unwahrscheinlich tiefgreifende Gefühle zwischen Verzweiflung, Wut, Trauer und Liebe verarbeitet und es wird deutlich, welch musikalische Fähigkeiten in allen 5 Bandmitgliedern stecken.
Dieses Album sollte wirklich an absolut keinem Freund alternativer, handgemachter Musik vorübergehen, denn dieses Meisterwerk wird aller Voraussicht nach nicht nur mich, sondern auch einen ganz großen Teil der anderen Hörer/Hörerinnen völlig sprachlos machen.
Was die fünf Jungs aus Massachussets hier abliefern sucht zurzeit mit ziemlicher Sicherheit seinesgleichen und wird sich wohl aus den Ohren derer, die sich diese Platte zu Gemüte geführt haben, bzw. führen werden, mit Sicherheit nie wieder vollends verabschieden.
Tracklist:
1. Warm Blood Rush (02:28)
2. Dear Father (02:51)
3. Waves Crash, Clouds Roll (02:39)
4. Empty Glass (03:31)
5. No Kind Of Home (02:37)
6. White Knuckles (02:10)
7. Cemetery Walls (03:31)
8. Quiet The Longing (03:54)
9. At Peace (03:16)
10. White Oak Doors (07:00)
11. But Breathing (03:40)
12. Brothers (05:05)
13. I Don`t Mind (03:48)
14. Headstone (02:58)
Gesamtspielzeit: 50 Minuten
News 2011: Defeater: Video Premiere bei NPR.org
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