Rotz & Wasser - 24/7 Rock'n'Roll
von: Stefan Schulze
„24/7 Rock‘n’Roll“ heißt das neue und dritte Album der Hamburger Oi! / Streetpunker ROTZ & WASSER. Und das bedeutet 24 Stunden, 7 Tage die Woche, ein bisschen voll und volle kanne Rock’N’Roll. „Niemals ohne Bier, doch steht’s zu wenig Geld. So geht’s Pogo durch die Welt“. Na dann Prost und so folgt nach der Titelrack – Hymne der „Nutten, Koks und Kaviar“! Die Band als Retter wenn der Alkohol sich dem Ende neigt, wählt dazu einfach R-O-T-Z-U-N-D-W-A-S-S-E-R und die Band spielt im heimischen Wohnzimmer auf und bringt gleich noch blanke Titten mit… aber Vorsicht… keine Gewähr gegen besoffenen Typen die zu viel schlecht schmeckendes Hasseröder getrunken haben und jetzt ihre Schwänze zeigen. Ironie, Witz… und dazu noch gut anzuhören!
Richtig rockig geht’s aber dann bei „La Familie“ los. Zusammenhalt, für Freunde einstehen, man könnte meinen ein ausgelutschtes Thema und doch gehört es einfach auf die Alben dieser Genre. Und hier kommt noch hinzu, dass es sich um einen richtig geilen Rotz & Wasser Song handelt. Dreckiger Gesang, fette Melodie und die Portion Härte die mir gefällt. Kommt super rüber… aber dazu muss man schon die Anlage aufdrehen! Mit „Blanker Ironie“ entgegnet die Band auch ihrer Benennung als Grauzone-Band und trifft damit auch meinen persönlichen Nerv. Und so kann ich nicht nur Text gut nachvollziehen sondern finde diesen auch noch gut geschrieben. „Dubi ist nur voll, dank alkoholhaltiger Drinks. Außerdem so munkelt man, frisst er Döner gegen links“. Doch ich will ich mich bei der Plattenkritik wirklich der Diskussion anschließen, ne!
Ich will Rockmusik und da bin ich bei Rotz & Wasser schon ganz richtig, auch wenn mich nicht alle Songs des Albums ansprechen. So folgt eine Serie von drei Liedern (Gelebt, Wunderbare Jahre, Geldschmiererein), die mich nicht wirklich anmachen. Auch wenn beim letzteren durch die Bläser Einsatz Ska Feeling aufkommt. Und so blättert man so durch’s Booklet und findet in der Mitte ein sexy Fotodes Quartetts „in front of a bar“, posierend in Unterwäsche – auch mit Eingriff. Sexy Jungs (grins)! Und erst da fällt mir auf, dass es ja bereits Einzelfotos der Musiker, ebenfalls posierend an der Bar gibt. Aber dieses Gruppenbild ist mit Abstand das schönste ha ha!
Saufsongs wie „Oldesloer Ode“ kommen bei Hören gut an, wenn man sich gerade das Album beim Bierchen reinzieht! Kennt einer noch den Song „Weil ich ein Mädchen bin“ von Lucilectric. Mit „Skinhead“ kommt die Antwort und eine musikalische Cover Version, bestickt mit anderem Text, die es in sich hat… nein, nicht wirklich der beste Song des Albums, und trotzdem nett anzuhören. Sänger Paule muss sich beim Singen schon konzentrieren und dennoch scheint es so, als scheint er sich vor Schnelligkeit fast zu überschlagen.
Und da ist er wieder, der Sound, den ich mir weitaus öfter gewünscht hätte. Aggressiver Deutschrock mit guten Texten, führenden Gitarrenparts und Texten, mit denen man sich identifizieren kann… auch wenn das natürlich ein ganz persönliches Merkmal ist. Mit „La Familie“ einer der Top Songs des Albums. Darin reiht sich auch „Schluss und vorbei“ ein.
Den Abschluss finden Rotz & Wasser mit „Froh & Munter“, einer szenebezogenen Aussage gegen … einfach allem… aber nicht gegen Oi!=Spass und dem Song „Bück dich Fee“ ! Hä, habe ich den Song nicht heute in einer anderen Kritik erwähnt, tatsächlich… und zwar in der der Band Feuerengel, aber das ist eine andere Geschichte.
Solide muss nicht immer schlecht sein, aber auch nicht überragend. Und schwankt mein Eindruck von dem Album, so dass letztendlich ein solides geradliniges Album herauskommt. Nicht falsch verstehen, denn die Songs sind schon sehr unterschiedlich, aber im Großen und Ganzen, heben sich gut und weniger gut im Gesamtbild einfach auf. Meine Top Songs der härteren Sorte hatte ich erwähnt… davon, darf es beim nächsten Werk auf jeden Fall einen höheren Anteil geben.
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