Dishammer - Under The Sign Of The D-Beat Mark
von: Kai Paetsch
Wenn man an Spanien denkt, fällt einem garantiert eine Menge ein: Sommer, Sonne, Ballermann und so weiter. Musikalisch wird es dann im harten Spektrum schon etwas dünner und wenn man mal im Underground wühlt, kann man international bekannte Bands an einer Hand abzählen. Und zu den paar Bands gehören sicherlich Dishammer aus der Hauptstadt Madrid. Sie beschreiben sich selber als eine Mischung aus Hellhammer und Discharge, während Motörhead, Bathory und GBH im Hintergrund laufen. Diese Beschreibung trifft den Nagel so ziemlich auf den Kopf. Denn was uns hier um die Ohren gehauen wird ist Crust der im positiven Sinne übelsten Sorte. Der Sound rumpelt so aus dem Keller zum Hörer rauf, dass man wirklich nur einen Begriff finden kann: True as fuck! Und das ist, was man aus diesem Genre hören will. Die Instrumentierung ist bis aufs Nötigste Reduziert und über allem steht die Snare, so dass man zum Beispiel bei „Welcome Death“ den Eindruck hat, der Drummer würde mit seinem Kit die Treppe herunterfallen, bevor das 3sekündige Gitarrensolo einsetzt. Und „Sexwitch“ fräst einem die Schädeldecke weg. Geil! Bereits der Vorgänger „Vintage Addiction“ aus dem Jahre 2009 ließ schon ein Raunen durch die Szene gehen. Und gegen „Under The Sign Of The D-Beat Mark“ hören sich die Scheiben der Genrevorreiter Disfear an wie glattgebügelte Mainstream-Veröffentlichungen. Ich kann hier beileibe keinen Song einzeln hervorstellen, denn der geneigte Hörer wird in jedem der 7 Machwerke seinen Spaß finden. Massenkompatible Musik funktioniert definitiv anders, aber das will auch niemand machen, der so eine Scheibe abliefert. Und mit der Schwarzmetallischen Komponente in den Texten wird sowieso jemand, der etwas zart besaitet ist, abgeschreckt. Leider ist der Spaß mit dieser EP bereits nach nicht einmal 17 Minuten wieder vorbei. Aber wofür gibt es die Endlosschleife?! Also ein Album für den Feinschmecker, falls man dies im Zusammenhang mit Crustpunk sagen darf!
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