Tenside - Chain Reaction
von: Stefan Schulze
Nein, kein Aprilscherz, zu Beginn des vierten Monats im Jahr 2011 werfen TENSIDE ihr bereits viertes Studioalbum auf den Markt: „Chain Reaction“. Hören wir doch mal rein und schauen, ob die 13-fache Kettenreaktion wirklich ausgelöst wird.
Nach dem düsteren Intro mit … sagen wir mal Funktstörungssignalen… folgt der Song „Death“, dem nach knapp 60 Sekunden derben Metal-Sound irgendwie die Luft ausgeht! Sprechgesang und ruhige Parts für eine knapp halbe Minute viel zu lang. Auch wenn es danach knüppelhart weitergeht komme ich nicht mehr wirklich in Song rein. Anders ist das bei „Armed & Dangerous“ der Anfang ne 1A Metalcore Schnitte hätte werden können. Statt dessen dominieren Shouts & Growls, die von einem irren Mix instrumentalischen Könnens unterlegt werden. Ungewohnt… interessant… und schlägt wie ne Bombe ein.
„Closer To The Edge“, besser bekannt als der Hit von 36 Seconds To Mars. Hier allerdings wurde nur der gleiche Titel gewählt. Und es wird immer klarer, dass sich Tenside stilistisch nicht wirklich einstufen lassen. Crossover Metal, harte Riffs und melancholische Parts, von Hardcore bis Death Metal, irgendwie scheint alles vertreten zu sein. Und immer wieder alte Radio-/Fernsehszenen verwendet, um entweder im Hintergrund eines Songs oder zur Einleitung den Hörer abzulenken. So auch bei „At The Mercy Of The Bullet“ bei dem erstmals auch Clear Vocals mit astreinen Growls für Abwechslung sorgen. Genial gemacht und so findet der Song bei mir bei jedem Hördurchgang mehr Zustimmung. Völlig perplex bin ich aber immer wieder wenn die starken Gitarrenparts einen noch weiteren Charakterzug hinzufügen. Top Song!
Streichinstrument! Was ist hier bloß los. Der etwas über ein-minütige Instrumentalsong „Danger Zone“ scheint lediglich wie eine Beruhigungspille zu wirken! Etwas Entspannungsmusik, damit das Trommelfell mal wieder runterkommt… apropro Fell(e) – denn diese werden dann fast übergangslos beim Nachfolger „Violent World“ strapaziert. Und damit meine ich nicht das Hörorgan, sondern eher ein Instrumentenbestandteil. Um einiges Melodiöser klingt der Song, bei dem auch Christoph Freydorf von den Emil Bulls als Gastsänger als Werke ist. Etwas abrupt sind jedoch die harten Wechsel zu den langsamen Teilen des Songs.
Mit „One Bullet Left“ geht die Band wieder einen Schritt in Richtung Modern Metal / Metalcore. Ein TENSIDE ein recht straighter Song, trotz seiner musikalischen Finessen! „SCHREI ES HERAUS“-Sound aller erster Sahne und bei dem der Hall-Effekt zum Ende des Songs perfekt eingesetzt wurde! So, cut! Auch wenn ich noch erwähnen darf, dass mit „Sadness, Embrace“ und „One Life“ weitere Ohrmuscheldreher enthalten sind.
Ich bin Anfänger, Anfänger in Sachen TENSIDE und für mich ist das vierte Album mein persönliches Debüt. Und das hat es in sich. Ich mag den Sound, ich mag den Mix… und letzterer ist mit Sicherheit ausschlaggebend für mein Interesse an den Songs. Hier gilt: Weicheifaktor = 0… klar, können andere auch, aber Tenside halten die gewisse Spannung aufrecht… und ich auch… nämlich bis zur Veröffentlichung am 1. April 2011.
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