Bonsai Kitten - Done With Hell
von: Gerrit "Boomcat" Andresen
Es gibt Bands deren Namen man schon mindestens ein Dutzend Mal beiläufig wahrgenommen hat ohne sich einmal die Mühe gemacht zu haben was sich denn hinter diesem Namen verbirgt. Manchmal zu Recht, im Falle von Bonsai Kitten aus Berlin erweisen sich solche Umstände aber als tragisch. Nach dem starken selbstbetitelten Debüt aus dem Jahre 2007 (welches auf auf dem japanischen Label On The Hill/ Downer- Records erschien und seit geraumer Zeit vergriffen ist) schwimmen Bonsai Kitten mit der aktuellen Langrille „Done with Hell“ an die Spitze der Welle der sogenannten „female- fronted psychobilly bands“.
Einen kleinen Line Up- Wechsel scheint man dabei gut verkraftet zu haben. Die Band als reinen Psychobilly abzutun, würde ihr aber keineswegs gerecht werden, da es deutliche Einflüsse aus Richtung Pop, Rockabilly und vor allem Punk zu verzeichnen gibt. Gerade die Gitarrenarbeit ist trotz Verzerrung herrlich vielseitig; erinnert bisweilen sogar ein wenig an Bad Religion, was im Zusammenhang mit allem was mit „-billy“ endet zunächst mal ein wenig seltsam klingt, im Zusammenspiel mit der grandios markanten Stimme von Frontfrau Tiger Lilly Marleen und dem Gesamtkonzept aus dem Artwork und dem Mix der Scheibe aber hervorragend aufgeht.
Meistens enden diese Art von CD- Kritiken mit Sätzen wie: „Gerade Fans von XY sollten sich diese CD mal anhören…“ und gerade bei Bands mit Frontfrauen werden da sehr gern Vergleiche mit The Creepshow oder die Horrorpops herbeigezogen. Bonsai Kitten haben solche Vergleiche kaum nötig. Das Album besticht durch sympathisch reduziertes Songwriting, einer Band, die, selbst wenn sie ordentlich reinhaut, nie lärmt und einer Stimme, die man auch unter Hunderten anderer weiblicher Sängerinnen noch heraushören würde.
Nachdem man das Resultat der Studioarbeit, die die Band um 2009 herum begonnen hat nun in den Händen hält, beschleicht einen das Gefühl, dass der Band noch Großes bevor steht.
Vor Kurzem trat man noch als Support von Bands wie The Boss Hoss oder Dick Dale auf, aber ich denke ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich sage: Hier kommt ein zukünftiger Headliner…Einzigen Abzug erhält die CD deshalb, weil nach knapp 30 Minuten schon Schluss ist und man mit einem fast unangenehmen Verlangen nach Mehr zurückgelassen wird.
Anspieltipps: Das grandiose „Don’t Miss Me“ und der coole Titeltrack, ein Duett mit Mad Sin’s one and only Köfte DeVille, was ich für ne besonders gelungene Geschichte halte nachdem Tiger Lilly Marleen schon in beeindruckender Manier das Intro zu Mad Sin’s aktueller Scheibe geschmettert hat. Das spiegelt allerdings nur meine bescheidene Meinung wider, denn hier ist wirklich für jeden etwas dabei!
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