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Kneipenterroristen - Das jüngste Gericht

von: Stefan Schulze
Wertung:
8 von 10 Punkten
Label:
Remedy Records
V.Ö. Datum:
27.05.2011
13 Tracks
Artistinfos: Kneipenterroristen
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13 Jahre gibt’s die Hamburger Jungs von den KNEIPENTERRORISTEN schon. In Kürze steht dann auch das neue Album „Das jüngste Gericht“ in den Plattenländen. Ich habe für euch schon jetzt einmal reingehört. Nach dem knapp einminütigen Instrumental Intro werden die Rocker von einer höheren Macht berufen. Der Titeltrack des Albums knallt durch die Boxen, eindeutig dominiert durch die Abwechslung des Gesangs und den Gitarrenparts. Rockige Riffs, deutschsprachiger rauer Ton und bei diesem Song auch noch eine Portion „Düsterkeit“ in der Stimme.

„Das dreckige Dutzend“ haben sie voll, und damit meint die Band die Anzahl der gemeinsamen Bandjahre. Und so handelt der Song vom erlebten Rocker-Lebensstiel: „… auch mal ne Nacht im Knast gesessen, Scheiß mi t nem großen Löffel gefressen. Das sind Zeiten die man nie vergisst…  jetzt gibt’s Einzelzimmer im Hotel und Sonderpreise im Bordell… !“. Tja, da ist er wieder, der gefürchtet Böhse Onkelz vergleich, der beim Deutschrock ja fast zwangsweise aufkommt. Aber mit den Kneipenterroristen hat man ja ein Band vor sich, die in der Presseinfo als einzig legitime Onkelz-Nachfolger-Band (von den Fans) gekürt wird. Und so tut man den Band auch nicht weh, wenn man hier den Textlich und auch Gesanglich einen Blick in Richtung Kevin Russel  und Stephan Weidner wirft.

Nicht bös‘ sein, aber als ebenfalls lokalpatriotischer Brauereiverteidiger, kann ich dem Song „Holstenfetischsten“ nicht wirklich „Geschmack“ abgewinnen: „für uns da gibt’s nur einen Himmel, das ist die Holstenbrauerei“. Na dann Prost Jungs, und Gruß aus der Stauderstraße in Essen! Songs wie „Als ob‘s der Letzte wär“ und „Malle schafft sie alle“ sind vom Titel schon nicht weiter inhaltlich zu stimmen. Gute Mukke bei dem sich die Band treu bleibt. Experimente bleiben aus, sind aber auch nicht notwendig. Eine Hymne hat die Band dann auf den „K.T.S.C.“ (Kneipenterroristen Supporter Club / www.k-t-s-c.de) besungen. Mitgröhlen ist angesagt und Member des Supporter Clubs können sich auf einen geilen ihnen gewidmeten Song freuen. Die Portion Ernsthaftigkeit kommt dann wieder mit dem Song „Der Song vom Leben“ auf. Auch hier wieder ein Vergleich: Und zwar zum Song „Das ist mein Leben“ der Frankfurter Böhsrocker. Klasse Track und gefällt mir weitaus besser als die „Spaß-Songs“ der Band. Wenn’s nach mir ging, mehr davon. Und das kommt dann auch… und zwar mit „Wer hat dem wird gegeben“

Neben den vorher genannten Tracks befinden sich auch noch Song Nr.  12 „Was für eine Nacht und der Nachfolger “13“ (Instrumental) auf dem Album. Und mit diesen Beiden findet das Album einen gelungenen Abschluss. Onkelz Fans oder auch der Rocker 9mm Assi Rock’n’Roll sind bei den Hamburger Rockern auch mit dem neuen Album an der richtigen Stelle.  Die KNEIPENTERRORISTEN singen meist  über‘s Saufen, Terror und ihrem Lebensstil. Nicht neu, aber gut. Der Sound gefällt mir und für guten Deutschrock bin ich immer zu haben. Und genau den findet man hier. Textlich leicht gestrickt, kann man sich entspannt der Rockmusik hingeben, ohne schwierige Überlegungen vorzunehmen, wie denn was hier wohl gemeint. Klasse Direkt-in-die-Fresse-Sound!

Einzig das Cover Artwork hat mich zum nachdenken angeregt. Hätte man das nicht dem Titel „passender“ kreieren können. Klar, einzelne Symbole wie die Waagschale sind selbsterklärend. Aber die nackte Teufelin auf der Fliegerbombe, beobachtet von einem im Flammen stehenden Augenpaar. Ach was, solls! Anstatt weiter über das Cover zu philosophieren, schmeiß ich lieber nochmal das Album an… los geht’s.

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