Atari Teenage Riot - Is This Hyperreal
von: Kai Paetscj
Label:
Digital Hardcore Recordings
V.Ö. Datum:
20.06.2011
10 Tracks
Artistinfos: Atari Teenage Riot

Als sich ATARI TEENAGE RIOT aufmachten, ihre musikalische Revolution zu starten, waren Bands wie MINISTRY, NINE INCH NAILS, DIE KRUPPS oder RAGE AGAINST THE MACHINE schwer angesagt. Ich erinnere mich noch, als in illegalen Diskos in Großstadtkellern ihre Songs rauf und runter gespielt wurden. Und dann kam mit ATARI TEENAGE RIOT eine neue musikalische Nuance hinzu, die viele verstört hat: die aggressive Mischung aus Techno, Industrial und infernalischem Krach ließ viele aufhorchen. Der Einsatz von 16-Bit Computern in einer Welt, die immer nach neuem strebte, sorgte auch dafür, dass ATR ein gewisser „Exotenbonus“ zuteil wurde, und sie somit Genreübergreifend in Musikschuppen verschiedenster Musikrichtungen auf den Plattentellern rotierten. Auch damals machten ATR keinen Hehl aus ihrer Gesinnung: sie schrien „Start the riot! start the riot! start the riot! start the riot now! Fight! war! fire! violence! death! police! tv!” Und viele waren sich einig: dies ist der Punk der Zukunft. Die Message ist klar. Aber nach einigen (erfolgreichen) Jahren trennte sich die Band, um nun nach 10 Jahren wieder auf der Bildfläche zu erscheinen. Und was hat sich geändert? Nicht viel (was im Hinblick auf die Musik nicht unbedingt negativ sein muss)!
Die in den Songs behandelten Themen sind aktuell wie eh und je: sie drehen sich zum größten Teil um Sicherheitsprobleme, die sich heutzutage ergeben, wenn man sich im Internet bewegt (Shadow Identity, Activate!). Der Sound ballert Fett aus den Boxen und die verzerrten Organe von Alec Empire und Nic Endo schreien die Parolen in gewohnter Manier in die Menge. Auch wenn mal der Fuß vom Gaspedal genommen wird und die Synthesizer nur leise Geräusche von sich geben, spürt man die spezielle Stimmung. Und wenn man dem beiliegenden Info glauben kann, sind auch die alten Atari Computer immer noch im Einsatz.
Fazit: eine gute Scheibe, die sich nahtlos an den 2000er Vorgänger „60 Second Wipe Out“ anfügt, obwohl logischerweise der Sound eine ganze Lage Druckvoller rüber kommt. Die hämmernde Bassdrum kommt so aggressiv rüber, wie zur Hochzeit von Thunderdome und Co. An der radikalität der Message von ATARI TEENAGE RIOT hat sich aber nicht das geringste geändert! Ich persönlich liebe den Super Mario Sound in „Re-arrange Your Synapses“…
Anspieltipps: Blood In My Eyes, Black Flags, Collapse Of History
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