Joey Cape - Bridge
von: Florian Stoffelen
Lagwagon Frontman Joey Cape wandelt auf Solopfaden und im Gegensatz zu dem was man von Lagwagon gewohnt ist schlägt er auf “Bridge” wirklich ruhige Töne an. Zwölf Songs ist das Album stark und Joey begleitet sich selbst auf der Akkustik Gitarre und singt dabei anscheinend über alles was ihn so beschäftigt.
In Song Nummer 1 "The Ramnones are Dead" besingt er noch den Wandel der Zeiten um dann eiskalt im dritten Song "We’re not in Love anymore" ein Liebeslied anzuschließen. Auch noch so harte Punkrocker scheinen ein weiches Herz zu haben. Im Falle von Joey Cape wird allerdings ein bisschen sehr dick aufgetragen. Am Anfang hat die Akkustikgitarre noch irgendwas von Lagerfeuerromantik, allerdings nutzt sich diese relativ schnell ab und wird ziemlich eintönig.
Große Experimente werden da nicht gemacht, alles ein wenig zu ruhig, und je weiter man das Album hört desto bedrückter wird die Stimmung der Songs. Der fünfte Song "B Side" ist so verdammt ruhig, dass man darum kämpft wach zu bleiben, bis irgendwann die Percussion einsetzt und man kurzzeitig aus dem weg dösen aufgerissen wird. Sehr schade eigentlich, da wenn man sich die Songs einzeln anhört, sie wirklich gut sind und wie "Memoirs and Landmines" angenehm zum nachdenken anregen. Aber das komplette Album ist eine absolute Schlaftablette, sollte man auf keinen Fall beim Auto fahren hören, der Sekundenschlaf ist vorprogrammiert.
Doch die Hoffnung stirbt zuletzt und zumindest im letzten Song "Home" wird noch mal ein wenig auf die Punkrocktube gedrückt und es geht nochmal ein wenig zur Sache. Im Groben und Ganzen, zu langweilig, zu eintönig, mir fehlt einfach die Abwechslung, im einzelnen allerdings wirklich schöne Songs. Wahrscheinlich ein Album das man kaufen sollte, die Songs auswendig lernen und mit Kumpels im Sommer am Lagerfeuer mit einigen Bierchen selber spielen sollte. Ansonsten ist mir der "Schnarch-Faktor" leider etwas zu hoch.
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