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Ritual - Paper Skin

von: Henning Moser
Wertung:
9 von 10 Punkten
Label:
Reflection Records
V.Ö. Datum:
06.05.2011
10 Tracks
Artistinfos: Ritual (Deutschland)
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Die 2005 gegründeten "Ritual" aus Münster/Recklinghausen veröffentlichen mit "Paper Skin" ihr drittes Studioalbum und zeigen sich auf diesem von einer bisher relativ ungewohnten, anderen Seite. Während sie sich bisher mit eher energetischen, agressiven und straighten modernen Hardcoresongs einen Namen gemacht haben, präsentieren sie auf "Paper Skin" einen tieferen und eher atmosphärischen Sound.

Bereits der Opener "The Great Decay" beginnt atmosphärisch und der Sound scheint ziemlich perfekt zu dem Titel des Songs zu passen. Nach dem Intro wird der ganze Sound etwas schleppender und wirkt nicht mehr ganz so treibend wie in vielen früheren Songs, dafür aber umso tiefgründiger. Zwischendurch wird die Geschwindigkeit wieder mal etwas angezogen, der Song endet jedoch atmosphärisch. Dadurch entsteht eine abwechslungsreiche Songstruktur und man wird ziemlich gut auf den weiteren Verlauf des Albums eingestimmt.

"Reaping Loneliness" erinnert wieder eher an frühere Tage der Band und verläuft ziemlich treibend und agressiv, die Gitarren leisten hervorragende Arbeit und treiben den Hörer geradezu durch den Song um unverzüglich in den nächsten Track "Dunkerque" überzuleiten, der größtenteils etwas langsamer, jedoch ähnlich energetisch verläuft wie der Vorgänger und auch eine gelungene, atmosphärische Bridge enthält, die klasse in die Gesamtstruktur des Liedes passt.

Das vierte Lied "Distance Glance" ist für mich einfach ein klasse Instrumentalsong und erschafft eine nahezu perfekt zum ganzen Album passende etwas bedrohliche, intensive Atmosphäre. Zudem zeigt der Song ganz deutlich auf, wie sicher und überzeugend sich "Ritual" auch auf den eher neuen Pfaden zu bewegen wissen.

Das folgende "White Caskets", sowie "The Coldest Shoulder" sind zwei weitere innovative und starke Tracks, die auf erstaunliche Art und Weise zeigen, wie gut es "Ritual" geschafft haben, ihre klassischen, straighteren Elemente mit einem starken Mehr an Atmosphäre zu verknüpfen, das interessante Outro von "The Coldest Shoulder" leitet super in den folgenden Song über.

"Absolute Devotion" ist für mich persönlich der stärkste und intensivste Song der Platte, da hier besonders deutlich wird, wie sicher "Ritual" ihr Songwriting beherrschen und zwei Gitarren in einer nahezu perfekten Weise zu kombinieren wissen, eine Gitarre sorgt hier für einen sehr tiefgründigen, intensiven und atmosphärischen Sound und die andere für die nötige Power und den Drive um den ganzen Song nach Vorne zu pushen, auch der intensive Bass und die super abgestimmten Drums tragen ihr Übriges zu diesem sehr emotionalen und tiefgründig klingendem Track bei.

Der achte Song "This Shell Has Got A Soul Again" klingt ungewöhnlich experimentell und benötigt zur Gewöhnung wohl noch ein paar Hördurchgänge mehr, um für mich persönlich ins Albumganze zu passen, erinnert mich aber in absolut positiver Weise an so manchen Song des legendären "Pulp-Fiction"-Soundtracks und das kann ja nur etwas Gutes heißen.

Der vorletzte Song "Rusty Fingers" ist mit 01:49 der kürzeste Song des Albums und erinnert wiederrum eher an frühere Zeiten der Band, wobei auch hier atmosphärischere Anteile mit einbezogen wurden.

Mit "Pieces Of Me", einem weiteren klasse Song bewegt man sich dann auf etwas rockigeren Pfaden, jedoch trotzdem auf sehr energetische Weise auf das Ende von "Paper Skin" zu, dass zumindest bei mir nicht gleich beim ersten Mal, aber allerspätestens beim dritten Hördurchgang ziemlich zugeschlagen hat.

Fazit: "Paper Skin" sind knapp 30 Minuten Atmosphäre, Energie, Aggressivität, Tiefgängigkeit und noch so einiges mehr, gepaart mit einer doch sehr persönlichen, individuellen Note und man muss ganz klar sagen, dass sich die harte Arbeit im Hause "Ritual", wie hier bewiesen, absolut auszahlt. Man kann die Jungs zu diesem tollen Stück Musik nur beglückwünschen und hoffen, dass sie noch lange so weitermachen!




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