King Blues, The - Punk & Poetry
von: Peter Brands
Man sagt, wenn man wirklich politische Musik oder Kunst macht, muss man auch bereit sein Dinge anzusprechen, die viele nicht hören wollen.
THE KING BLUES aus London sind bereit diesen Schritt zu gehen, sind dabei aber nicht so einfältig schroffe Aussagen in schroffe Musik zu verpacken. Auf ihrem dritten Album „Punk & Poetry“ verbindet die Band um Sänger und Hauptkreativling Jonny „Itch“ Fox gekonnt politische und gesellschaftlichen Diskurs in hochenergetischen Pop. Das Punk aus dem Titel bezieht sich daher mehr auf die Attitüde der Band und spielte bereits auf dem Vorgänger Album „Save the world – get the girl“ eine Nebenrolle. Stattdessen holt sich der anarchische Haufen alles an musikalischen Einflüssen ins Boot, was in den letzten 50 Jahren durch die Charts geisterte und reiht dadurch recht entspannt TexMex an Pop Punk an Singer/Songwriter an Ska. In Konsequenz kann man KING BLUES attestieren, dass sie dort weiter machen, wo THE CLASH aufhörten. Man zitiert beispielsweise den moderenen HipHop und Reggae und nutzt den Deckmantel um offen über Sexismus und Geschlechterrollen zu unken, welche in den besagten Stilrichtungen wiederum meist eine erschreckende Einseitigkeit besitzen.
„Punk & Poetry“ ist durchgängig wechselhaft und bietet auf durchgehend hohem Niveau eingängige Songs jenseits des alltäglichen, manche können darin eine gewisse Unbeständigkeit ausmachen. Doch eigentlich ist es gerade diese Abwechslung, die klingt als ob der MP3 Player auf Shuffle gestellt ist, welche dieses Album als Topkandidaten für die Dauerrotation empfehlen.
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